Dürre-Folgen:

Tierische Opfer auf Höfen und auch unter Wasser

Oberösterreich
05.08.2026 09:00
Porträt von Markus Schütz
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Markus Schütz und Krone Oberösterreich

Die Dürre kennt bei den Tieren fast nur Verlieren. Die Bauern müssen wegen Futtermangels ihre Herden verkleinern, es gibt schon Warteliste in einigen Schlachthöfen. In Seen und Bächen kämpfen Fische ums Überleben und Notabfischungen können nur einen Teil retten.

Die Mattig ist seit Wochen trocken, der Pesenbach und die Gusen auf weiten Strecken ebenfalls. Die Dauertrockenheit wird zum Killer für Wasserlebewesen: So droht der Langbathbach zu versiegen. Daher rückte der Fischereiverein Salzkammergut zur Notabfischung aus. 722 Flossenträger – von Elritze bis Forelle – wurden gerettet und in den Langbathsee übersiedelt. Der Spiegel des Nussensees bei Bad Ischl sank nach der Abfischung weiter. Jeder zehnte der 285 geborgenen Fische überlebte. „Sie kamen in einen Löschteich, können dort bis zu zwei Monate ausharren und sollen dann zurück in den See“, erklärt Heimo Huber, Obmann vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut. Die anderen Fische werden für den Verzehr genutzt.

Notabfischung am Langbathbach
Notabfischung am Langbathbach(Bild: Marion Hörmandinger)

Trockenheit bedeutet den vorzeitigen Tod
Auch für zahlreiche Nutztiere bedeutet die Trockenheit den vorzeitigen Tod. In einigen Schlachthöfen gibt’s für Kühe schon Wartelisten. Die Folgen sind langfristig, da kommendes Jahr weniger Kälber geboren werden. „Ich werde etwa 20 Prozent meiner Tiere weggeben müssen“, sagt ein Grieskirchner Bauer, der 150 Milchziegen hält. „Wir bekamen vor einer Woche die Info, dass wir uns für Futtertransporte aus Italien anmelden können. Ein paar Tage später kam ein Mail, dass auch die Italiener kein Futter haben“, ärgert sich der Landwirt.

Schweizer suchen in OÖ nach Tierfutter
Dass im Mai die bis August gesperrten Brachflächen – ab zwei Hektar Fläche müssen sieben Prozent des Landes unbewirtschaftet bleiben – freigegeben wurden, war heuer auch keine Rettung. Zudem klagen Bauern, dass die Dürre-Versicherung bei weitem nicht alle Ausfälle übernimmt. Bei der Futtermittelbörse der oö. Landwirtschaftskammer finden sich mittlerweile Anfragen aus der Steiermark, Kärnten und sogar aus der Schweiz.

Wasserversorgung auf Höfen ein Thema
Als wäre das nicht schon Herausforderung genug, wird auch die Wasser-Versorgung auf den Höfen zum Dilemma. So trinkt jede Kuh 150 Liter Wasser am Tag – das macht bei 570.000 Rindern in OÖ pro Tag 85.500 Kubikmeter oder anders gesagt 34 gefüllte, olympische Schwimmbäder!

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