Do, 16. August 2018

"Er ist ein Held"

23.10.2014 16:07

Dieser Beamte stoppte den Attentäter von Ottawa

Kanada hat nach dem Anschlag in Ottawa einen neuen Helden: Kevin Vickers, der "Sergeant at Arms" und Sicherheitschef des Parlaments, soll den mutmaßlichen Attentäter erschossen haben. Damit hat er wohl Schlimmeres verhindert - und wird seither sowohl von kanadischen als auch US-Medien und Politikern gefeiert.

Normalerweise trägt er Schwert und Keule und selbst einige der Leute, die er beschützen soll, lächeln über sein Amt: Kevin Vickers ist der "Sergeant at Arms" im kanadischen Parlament, eine Funktion, die vom Mutterland Großbritannien übernommen wurde und über dessen Abschaffung immer wieder diskutiert wird. Bei dem Attentat am Mittwoch wurde der 58-Jährige plötzlich zum Helden, als er den Angreifer namens Michael Zehaf-Bibeau erschoss.

Abgeordnete und Bedienstete würden ihre Sicherheit, ja sogar ihr Leben "Sergeant at Arms" Vickers verdanken, twitterte der Abgeordnete Craig Scott. Scott bestätigte auch, dass Vickers den Attentäter vor den Fraktionsräumen erschossen hatte.

Minister "zutiefst dankbar"
Justizminister Peter MacKay schrieb auf dem Kurznachrichtendienst: "Ich danke Gott für 'Sergeant at Arms' Kevin Vickers und unsere Sicherheitskräfte. Wahre Helden." Veteranenminister Julian Fantino: "Ich bin in Sicherheit und zutiefst dankbar gegenüber 'Sergeant at Arms' Kevin Vickers und unseren Sicherheitskräften für ihren selbstlosen Einsatz zu unserem Schutz."

Die ermittelden Polizeibehörden wollten Vickers Rolle während des Angriffs zunächst nicht kommentieren. Am Donnerstagnachmittag bestätigte Polizeisprecher Marc Soucy lediglich, dass es sich bei dem Angreifer um einen Einzeltäter gehandelt habe. Weitere Einzelheiten wollte er nicht bekannt geben.

"Kevin ist ein Held"
"Kevin ist ein Held", sagte hingegen Matt Miller vom "Vancouver Observer" gegenüber CNN. Miller war zum Zeitpunkt des Attentats im Parlamentsgebäude gewesen. Vickers' Bruder John sagte, es sei seines Wissens das erste Mal gewesen, dass Kevin seine Waffe im Dienst benutzt habe: "Ich nenne ihn den Superbullen. Ich könnte nicht stolzer auf ihn sein."

Der 58-jährige Vickers ist seit 2005 als Waffen- und Zeremonienmeister für Haustechnik und Sicherheit des Parlamentsgebäudes verantwortlich. "Seine Rolle mag rein zeremoniell wirken, wie ein Anachronismus in unserer Zeit", sagte Elizabeth May, Parteichefin der Grünen, der Zeitung "Globe and Mail". "Aber er ist ständig wachsam und denkt mit einer 360-Grad-Antenne an die Sicherheit."

Der Träger des Zepters
Dabei sieht es in der Tat seltsam aus, wenn Vickers als Sicherheitschef, das Schwert an der Seite, das gewaltige Zepter des Parlaments zu Sitzungsbeginn in das Abgeordnetenhaus trägt und in eine extra angefertigte Halterung legt. Liegt es da, tagt das Parlament offiziell.

Vickers hat fast 30 Jahre bei der Royal Canadian Mounted Police gearbeitet, die viele als beste Polizei der Welt bezeichnen. Er hat Morde geklärt, Streitereien geschlichtet und vor dem Parlament für den Kampf gegen Teenagerprostitution geworben.

Als Sicherheitschef habe Vickers das Parlament immer offen halten wollen, berichtet "Globalnews". Einmal habe Vickers eine Pressekonferenz im Gebäude verweigert, weil sonst eine Schülergruppe aus Saskatchewan vor verschlossener Tür gestanden wäre: "Die Kinder haben ein Jahr lang jeden Penny gespart, jetzt müssen sie auch ihre Führung bekommen", habe er gesagt. Dennoch habe er nie die Sicherheit vernachlässigt. Oder wie Grünen-Chefin May sagte: "Wenn man jemanden um sich haben möchte, wenn es Ärger gibt, ist es Kevin Vickers."

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