Das ging schnell: Am Sonntag hatte das Land Vorarlberg nach dem Riss eines Jungrinds einen Wolf zum Abschuss freigegeben, in der Nacht auf Dienstag wurde das Tier im Montafon erlegt. Zuvor hatte das Raubtier für Angst und Schrecken gesorgt.
Am Dienstagmorgen vermeldete das Land Vorarlberg in nüchternen Worten, dass „gemäß der Maßnahmeverordnung des Landes innerhalb der betroffenen Jagdgebiete im Montafon ein Wolf erlegt wurde“. Das getötete Tier werde nun zur genetischen Untersuchung weitergeleitet.
Dem Abschuss vorangegangen waren turbulente und für die betroffenen Älpler mit Sicherheit auch traumatische Tage: Am Sonntag hatte der Wolf im Montafoner Tilsunatal ein rund eineinhalb Jahre altes Jungrind gerissen. Das Land reagierte sofort und gab den Wolf im Rahmen der erst im April verschärften „Wolfsmanagementverordnung“ zum Abschuss frei.
Esel und Kalb notgeschlachtet
In der Folgenacht schlug der Wolf abermals zu, dieses Mal im Gauertal: Auf der Alpila Alpe griff er einen Esel sowie ein etwa zehnmonatiges Kalb an. Beide Tiere wurden dabei derart schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden mussten. Zudem wird ein weiteres Rind seit jener Nacht vermisst. Aufgrund der räumlichen Nähe zum Tilsunatal war davon auszugehen, dass es derselbe Wolf war. Aus Angst vor einem weiteren Blutbad trieben die Älpler die restlichen sieben Esel von der Alpe, zudem wurde das Vieh in eine Nachtweide gepfercht.
„Weidgerecht und schmerzfrei entnommen“
In der Nacht auf Dienstag lief der Wolf schließlich einem der zahlreichen im Gebiet auflauernden Jäger vor die Flinte. „Der Wolf konnte auf angemessene Distanz weidgerecht und schmerzfrei entnommen werden“, berichtet Hubert Schatz, Wildökologe des Landes.
Der Wolf konnte auf angemessene Distanz weidgerecht und schmerzfrei entnommen werden.
Hubert Schatz, Wildökologe des Landes
Gantner ist erleichtert
Der zuständige Landesrat Christian Gantner, selbst Landwirt, ist erleichtert: „Dieser Wolfsabschuss ist ein bedeutendes Signal. Eine funktionierende Alpwirtschaft ist mit einer Wolfspräsenz nur schwer vereinbar.“ Gantner bedankt sich ausdrücklich bei den Jägerinnen und Jägern für ihre Bereitschaft, sich sofort auf die Lauer zu legen. Letztlich zeige der Fall, dass die neue Wolfsmanagementverordnung funktioniere: „Wir sind auf dem richtigen Weg, um den Schutz unserer Älplerinnen und Älpler sowie ihrer Nutztierbestände auch weiterhin konsequent sicherzustellen“, so Gantner.
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