Drogen-Schulden

Männer wegen 100 Euro missbraucht und gefoltert

Gericht
03.08.2026 17:50

Drei junge Täter sollen zwei Männer in Wien-Favoriten in eine Wohnung gelockt und schwerst sexuell misshandelt haben. Offenbar ging es um eine offene Rechnung aus einem Drogengeschäft. Der Prozess zur Gräueltat steigt am Donnerstag im Wiener Landl. Die „Krone“ kennt erste Details aus der verstörenden Anklageschrift.   

Es sind unfassbare Szenen, die sich im Vorjahr in einer Wohnung in Wien-Favoriten abgespielt haben sollen: Drei Männer (19, 20 und 22) missbrauchten laut Anklage ihre zwei männlichen Opfer auf eine Art und Weise, die Folter gleicht. Der Grund laut Anklägerin: Einer der beiden war Kunde beim mutmaßlichen Haupttäter, kaufte bei dem 19-jährigen Österreicher mit indischen Wurzeln regelmäßig Cannabiskraut und schuldete diesem 100 Euro.

„Glaubst du, ich bin ein Kind?“
Der Dealer lockte ihn und einen Freund deshalb zu einer „Aussprache“ in die Wohnung, wo auch der serbische Mandant von Anwalt Sascha Flatz und der Drittangeklagte warteten. Zuerst sollen die Täter ihre Opfer gezwungen haben, Kokain zu konsumieren. Dann startete der Gewaltexzess: „Glaubst du, ich bin ein Kind und dass ich mich von dir verarschen lasse? Ich will mein Geld haben“, schrie der Haupttäter, ehe er mit einer Schrotflinte auf seine Opfer einschlug.

Dann mussten sich beide Männer ausziehen. Mit einem Schwert drohend, zwangen sie diese, sich auf den Flaschenhals einer leeren Whiskeyflasche zu setzen – was diese aus Angst auch taten.

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Mein Mandant bedauert alles zutiefst. Er war an jenem Tag nur Gast in der Wohnung und hat großteils nur zugesehen.

Anwalt Sascha Flatz

Vergewaltigung, Nötigung, schwere Körperverletzung
Doch dem nicht genug! Der Haupttäter befahl laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Wien den beiden Opfern, sich mit einem Elektroschocker jeweils selbst am Hodensack zu quälen: „Du wirst dich jetzt selbst tasern oder dieses Schwert landet in deiner Brust.“ Vier- bis fünfmal musste das erste Opfer dies unter Tränen tun, ehe die Batterie des Elektroschockers den Geist aufgab.

Die Opfer wurden übelst zugerichtet. Sie erlitten Brüche, Quetschwunden, Läsionen und Prellungen – und sollen auch ausgeraubt worden sein

Tätern drohen lange Haftstrafen
Am Donnerstag muss sich das Trio, das in U-Haft sitzt, im Landl unter anderem wegen Vergewaltigung und Nötigung verantworten. „Mein Mandant bedauert alles zutiefst. Er war an jenem Tag nur Gast in der Wohnung und hat großteils nur zugesehen“, sagt Anwalt Flatz. Alle drei Angeklagten müssen mit langen Haftstrafen rechnen.

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