Wirbel um KI-Bilder

Aliens und Elvis: Trumps kurioses KI-Wochenende

Außenpolitik
03.08.2026 19:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Donald Trump hat am Wochenende erneut mit einer Flut an Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social für Aufsehen gesorgt. Rund 40 Mal meldete sich der US-Präsident zwischen Samstag und Sonntag zu Wort – ein Großteil davon waren KI-generierte Bilder, die ihn als historische Figur, Pop-Ikone oder mächtigen Anführer darstellen. Besonders ein Motiv sorgte für heftige Reaktionen: Trump inszenierte sich als „King of Rock ’n’ Roll“ Elvis Presley.

Das Bild zeigt Trump in einem glitzernden Anzug, der an den legendären Jumpsuit erinnert, den Elvis Presley 1973 beim Konzertfilm „Aloha from Hawaii“ trug. Während Anhänger die Darstellung als weitere Trump-typische Selbstinszenierung teilten, reagierten viele Elvis-Fans empört.

Ein Nutzer schrieb, Trump als Elvis sei „eine Beleidigung für alle, die Elvis geliebt haben“. Ein anderer kommentierte, dass Elvis „im Gegensatz zu Trump seinem Land tatsächlich mit Ehre, Auszeichnung und Rock ’n’ Roll gedient“ habe. Ein weiterer Nutzer meinte: „Er sehnt sich nicht nur nach dem Rampenlicht, er hält sich für Elvis auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Sein Ego kennt keine Grenzen.“

Trump und seine wiederkehrende Elvis-Fixierung
Die Verbindung zu Elvis ist für Trump nicht neu. Bereits Anfang des Jahres hatte der Präsident erklärt, er überlege, bei seiner geplanten „Freedom 250“-Feier auf dem Great American State Fair selbst aufzutreten, nachdem zahlreiche angekündigte Künstler abgesagt hatten.

Damals schrieb Trump, er könne „die Nummer-eins-Attraktion überall auf der Welt“ bringen – nämlich einen Mann, der „deutlich größere Menschenmengen anzieht als Elvis in seinen besten Jahren und das ganz ohne Gitarre“. Er fügte hinzu, manche würden ihn als „größten Präsidenten der Geschichte“ („THE GOAT!“) bezeichnen.

Auch diese Aussage löste damals Kritik aus. Nun sorgte die erneute Elvis-Darstellung für eine neue Welle an Reaktionen in sozialen Medien.

Grönland, Venezuela und ein Alien im Visier
Neben der Elvis-Inszenierung veröffentlichte Trump zahlreiche weitere KI-generierte Bilder. Eines zeigte ihn über Grönland mit der Aufschrift „Hello, Greenland!“ – eine Anspielung auf seinen wiederholt geäußerten Wunsch, die Insel unter US-Kontrolle zu bringen. Vertreter Grönlands und Dänemarks hatten solche Überlegungen zurückgewiesen.

Ein weiteres Bild stellte Venezuela als 51. US-Bundesstaat dar und zeigte das Land vollständig mit einer US-Flagge überzogen. Außerdem veröffentlichte Trump ein KI-Motiv, das ihn bei der Festnahme eines Außerirdischen zeigt.

Ein weiteres Bild stellte Trump beim Küssen von Jesus an einem Kreuz dar. Andere Darstellungen zeigten ihn als Anführer von Truppen aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg oder im Vergleich zu einer jüngeren Version seiner selbst in Kadettenuniform. Die Bildunterschrift lautete: „Gleicher Typ. Jetzt noch mehr Energie!“

Angriffe auf politische Gegner
Zwischen den KI-Bildern griff Trump auch politische Gegner und Kritiker an. Er kritisierte unter anderem die republikanischen Senatoren John Cornyn und Thom Tillis, weil sie seine Nominierung von Todd Blanche zum nächsten Justizminister nicht bestätigten.

Cornyn und Tillis machen ihre Zustimmung davon abhängig, dass die Trump-Regierung den rund 1,8 Milliarden Dollar schweren „Anti-Waffenisierungs-Fonds“ dauerhaft beendet.

Auch die Entscheidung von US-Staatsanwältin Jeanine Pirro, die Anklage gegen einen ehemaligen Olympiateilnehmer wegen einer angeblichen Beschädigung des Lincoln-Memorial-Spiegelteichs fallen zu lassen, griff Trump an.

Trump hatte zuvor behauptet, politische Gegner hätten die neu installierte Abdichtung des Beckens beschädigt. Er veröffentlichte Bilder und Videos als Belege, auf denen die angebliche Beschädigung laut Berichten jedoch nur schwer zu erkennen war. Pirro erklärte hingegen, Hinweise würden darauf hindeuten, dass die Schäden durch eine fehlerhafte Installation des Auftragnehmers entstanden seien.

Trump setzt auf digitale Selbstinszenierung
Ein großer Teil von Trumps Wochenend-Beiträgen diente laut Beobachtern der eigenen Darstellung. Mehrere Posts zeigten neu renovierte Statuen oder geplante Bauprojekte in Washington. Darunter befand sich auch eine Visualisierung eines Triumphbogens, den Trump zum 250. Jahrestag der Gründung der USA im Zentrum Washingtons errichten lassen möchte.

Trump ist bekannt dafür, an Wochenenden und Feiertagen besonders viele Beiträge auf Truth Social zu veröffentlichen. Teilweise veröffentlicht er auch spät in der Nacht große Mengen an Posts. Mitarbeiter des Weißen Hauses unterstützen ihn dabei gelegentlich. Laut einem Bericht der „New York Times“ hat unter anderem Natalie Harp Zugang zu seinem Konto und veröffentlicht Beiträge nach Zustimmung des Präsidenten.

Während Trump seine digitale Selbstinszenierung fortsetzt, bleibt die Reaktion vieler Elvis-Fans eindeutig: Sie fühlen sich erneut „all shook up“ – aufgewühlt.

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