In ganz Niederösterreich verbrennt die Hitze die bewirtschafteten Felder. Ein Mostviertler Bauer schlägt jetzt Alarm: „Die Politik muss für die Bauern einen Katastrophenfonds einrichten!“
Niemand wartet momentan mehr auf ein wenig Regen als heimische Landwirte: „Da es im Juni und Juli nie großflächig geregnet hat, schaut die Ernte heuer mager aus“, berichtet der Wieselburger Josef Handl direkt vom Feld. Und da ist er bei Weitem nicht der Einzige. Als unabhängiges Kammermitglied (UBV) kennt er die aktuelle Notlage: „Viele Kollegen mussten schon ihren Tierbestand reduzieren, weil zu wenig Futter da ist!“
Handl selbst hat um die 150 Kühe, 70 davon werden regelmäßig gemolken. „Auch wir haben ein paar Tiere schon zum Schlachter geschickt“. Vom Frühling gibt es zwar noch Gras-Reserven, aber ein Großteil des Futter-Mais sollte im Spätsommer geerntet werden.
Der Grundwasserspiegel sei aber schon im Winter zu wenig gefüllt worden, die Maiskolben wachsen nicht ordentlich. Beim Mais gibt es bei Handl Ausfälle von 100 Prozent, bei Getreide 90 Prozent. „Das war noch nie so schlimm“, sagt er.
Kein Verlass auf „Weizenkammer“ Ukraine
Es solle aber ein Weckruf sein: „Denn auch wenn aus anderen Ländern einstweilen importiert werden kann – was tun wir, wenn es dort auch so trocken ist?“ Immer wieder ein Dorn im Auge der heimischen Landwirte ist die Europäische Union und ihre Handelsabkommen.
Sie sehen Österreichs hochwertige landwirtschaftliche Produkte darin oft benachteiligt. Fällt in Österreich die Weizenernte schlecht aus, dient oft die Ukraine als Lieferant. „Wir können uns aber nicht auf Importe verlassen in einer Klimakrise“, so Handl.
Handl und der Unabhängige Bauernverband fordern von der Politik, für die nächsten Jahre einen Katastrophenfonds für Bauern einzurichten. Die Ernteausfälle bringen viele an ihre existenziellen Grenzen. Egal, ob Hitze oder Hochwasser: „Wir hängen am seidenen Faden!“
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