Bis zu 300 Wohnungen, Schulen, Kindergarten sollen bald am Areal des ehemaligen Kloster St. Josef im Salzburger Stadtteil Nonntal entstehen. Für die zuständige Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) sind noch sehr viele Punkte bei dem Vorhaben ungeklärt.
Ziemlich überraschend ploppte am Freitag die Nachricht über ein großes Wohnbauprojekt ganz in der Nähe der Salzburger Altstadt auf. Der Immobilienkonzern Soravia und die gemeinnützige Gswb wollen beim ehemaligen Kloster St. Josef im Stadtteil Nonntal das große Projekt „Palais St. Josef“ realisieren.
Dabei sollen eine Volksschule, ein Kindergarten, eine Mittelschule, 250 bis 300 geförderte Wohnungen sowie ein Schwung an frei finanzierten Wohnungen entstehen. Diese Pläne kommen überraschend. Ursprünglich wollte der Bauträger Planquadrat auf dem Areal ein Boutique-Hotel und 50 Eigentumswohnungen errichten. Davon ist keine Rede mehr.
Soravia ist bereits seit 2020 an Planquadrat beteiligt. 2025 übernahm der Konzern mit Hauptsitz in Wien vom Partner das Projekt St. Josef. Seither wurde das Projekt überarbeitet und weiterentwickelt. Die Gswb, im Eigentum von Land und Stadt, kam für den förderbaren Anteil an dem Projekt an Bord.
Die Zahl von bis zu 300 Wohnungen dort halte ich für sehr hoch gegriffen. Wir werden sicher nur einen Teil des notwendigen Grünlandes umwidmen.

Anna Schiester, Planungsstadträtin (Bürgerliste)
Bild: Andreas Tröster
Investiert werden sollen in Summe bis zu 250 Millionen Euro. Der große Haken an den Plänen: Politisch abgestimmt ist erst wenig. Zwar wurde eine Aufnahme der Projektfläche ins Räumliche Entwicklungskonzept schon beantragt. Derzeit werden die Pläne geprüft, beschlossen ist aber noch nichts.
Umwidmung bräuchte Drei-Viertel-Mehrheit
Heikel sind die Pläne auch, weil sich Teile der Flächen in der Grünlanddeklaration befinden. Für eine Änderung bräuchte es eine Drei-Viertel-Mehrheit. Während die Projektbetreiber 80 Prozent der Fläche verbauen wollen, kann sich Planungsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) nur eine teilweise Verbauung der Grünfläche vorstellen. Während die Immobilienfirmen Ende 2028 erste Schlüssel übergeben wollen, sagt Schiester: „Die Umsetzung ist viele Jahre entfernt.“
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