Schönste Wanderrouten

Gratwanderung über Hochkrumbach

Vorarlberg
31.07.2026 16:55

Die Höferspitze ist ein fantastischer Aussichtspunkt, der Fernblicke ins Lechtal und Kleinwalsertal gewährt. Der Zustieg über den Höfergrat macht die Tour besonders interessant, erfordert aber Trittsicherheit.

Am Hochtannbergpass auf rund 1700 Meter Höhe zwischen den Orten Warth und Schröcken liegt Hochkrumbach. Die Siedlung geht auf die Walser zurück, die das Gebiet im 13. und 14. Jahrhundert erschlossen haben. Zeitweise lebten hier ganzjährig mehrere Familien auf ihren Höfen. Neben der Landwirtschaft spielte das Säumerwesen eine wichtige Rolle, da über den Hochtannberg schon früh Handelswege ins Lechtal und in den süddeutschen Raum führten.

Tipps & Infos

Typ: Gipfeltour
Dauer: rund drei Stunden
Ausgangspunkt: Bushaltestelle „Adler“ in Hochkrumbach Anstieg: gut 500 Höhenmeter Anforderung: gute Grundkondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit (teilweise alpiner Steig)
Ausrüstung: knöchelhohe Wanderschuhe mit guter Profilsohle, Tagesrucksack mit Jause und Getränk, dem Wetter angepasste Kleidung, Sonnenschutz, bei Bedarf Wanderstöcke (speziell für den Abstieg) Einkehrmöglichkeiten: mehrere Optionen in Hochkrumbach
Öffentliche Verkehrsmittel: Anreise mit dem Bregenzerwaldbus 852 oder dem Lechtal-Bus 110

Das Leben in dieser Höhenlage war jedoch von schwierigen Bedingungen geprägt. Durch Rodungen gingen schützende Bergwälder verloren, wodurch Lawinen und Muren die Bewirtschaftung zunehmend erschwerten. Gleichzeitig verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation, nachdem mit der Eröffnung der Arlbergbahn Ende des 19. Jahrhunderts der Salztransport über die Passwege an Bedeutung verlor. Die Folge: Viele Bewohner wanderten ab.

Wintersportparadies und Eldorado für Wanderer
Heute ist Hochkrumbach keine eigenständige Ortschaft mehr, sondern ein Ortsteil der Gemeinde Warth. Es gibt Hotels, Gasthöfe und einige wenige Wohnhäuser. Im Winter profitiert der Ort von seiner Lage am Hochtannbergpass und der Anbindung an das Skigebiet Warth-Schröcken. Im Sommer dient die Siedlung vor allem als Ausgangspunkt für Bergtouren.

Blick in Richtung Hochkrumbach und den Kalbelesee. Die ausgedehnten Alpweiden bieten zahlreichen ...
Blick in Richtung Hochkrumbach und den Kalbelesee. Die ausgedehnten Alpweiden bieten zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren eine Heimat.(Bild: Rubina Bergauer)
Blick Richtung Hochkrumbach.
Blick Richtung Hochkrumbach.(Bild: Rubina Bergauer)

So starten beispielsweise direkt gegenüber der Busstation beim Hotel Adler verschiedene Wanderstrecken. Eine davon führt auf die Höferspitze, einem Nebengipfel des Heiterbergs in den Allgäuer Alpen. Dafür folgt man zunächst dem Wanderweg, der links am Krumbach in steilen Kehren bergan führt. Auf der ersten Anhöhe angekommen, orientiert man sich an den Wegtafeln und biegt linker Hand auf einen schmalen Trampelpfad ab, der über eine Alpweide verläuft (Achtung Weidevieh!). Schließlich geht die rot-weiß-rot markierte Route in den Gratweg (alpiner Steig, Anmerkung) über.

Heimat zahlreicher seltener Alpenpflanzen
Anders als viele benachbarte Gipfel ist die Höferspitze technisch nicht besonders anspruchsvoll, dennoch sollte die Schwierigkeit dieser Tour nicht unterschätzt werden: Der Anstieg über den Höferkamm verläuft stellenweise ausgesetzt direkt auf dem Grat und setzt daher Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus. Mit ihren 2131 Metern zählt die Höferspitze zwar nicht zu den höchsten Bergen der Region, wohl aber zu jenen mit dem schönsten Panorama. Der grasige Gipfel bildet einen markanten Aussichtspunkt zwischen Bregenzerwald, Kleinwalsertal und Lechtal.

Allermannsharnisch

Der Allermannsharnisch ist eine eher wenig bekannte Gebirgspflanze aus der Familie der Lauchgewächse. Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt das Gewächs einer alten Volksüberlieferung: Im Mittelalter glaubte man, die Zwiebelhüllen würden vor Verletzungen, Waffen und bösen Kräften schützen – ähnlich einem Harnisch, also einer Rüstung. Deshalb wurde die Pflanze einst als Glücksbringer und Schutzamulett getragen. Der botanische Name „allium victorialis“ verweist ebenfalls auf diese schützende Symbolik. Die mehrjährige Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 30 bis 60 Zentimetern und fällt durch ihre breiten, flachen Blätter auf, die eher an die Blätter eines Bärlauchs erinnern als an einen typischen Lauch. Im Hochsommer, meist von Juli bis August, erscheinen die kugeligen Blütenstände mit zahlreichen kleinen, weißlich-grünen Blüten. Wie andere Laucharten verströmt auch der Allermannsharnisch bei Verletzung einen deutlichen Knoblauchgeruch. Die Pflanze bevorzugt kalkreiche, humose Böden und wächst auf Bergwiesen, in lichten Gebirgswäldern sowie in alpinen Rasen – häufig zwischen etwa 1000 und 2500 Metern Seehöhe. In Vorarlberg ist die Art vor allem in höheren Lagen anzutreffen.

Früher glaubte man, dass der Allermanns- harnisch vor Verletzungen, Waffen und bösen Kräften ...
Früher glaubte man, dass der Allermanns- harnisch vor Verletzungen, Waffen und bösen Kräften schützt – daher auch der ungewöhnliche Name.(Bild: Rubina Bergauer)

Besonders im Frühsommer blühen entlang des Kamms zudem zahlreiche, teilweise seltene, Alpenpflanzen, darunter Türkenbund-Lilien, verschiedene Enziane und Orchideenarten. Die offenen Grasflanken bieten zudem Lebensraum für Murmeltiere und verschiedene Vogelarten der alpinen Stufe. Nach einer wohlverdienten Rast beim Gipfelkreuz geht es derselben Strecke folgend zurück nach Hochkrumbach.

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