Experten warnen

Delfin zieht Touristen in Kroatien durch das Meer

Ausland
27.06.2026 12:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor der kroatischen Stadt Novigrad erfreuen sich Touristen gerade über eine besondere Attraktion: Ein zahmer Delfin kommt ganz nahe an Menschen heran und zieht Touristen sie durchs Wasser. Doch Meeresbiologen warnen: Diese Nähe kann für Menschen gefährlich werden.

Delfin „Oliver“ entzückt viele Badegäste mit seiner Zutraulichkeit. Der Große Tümmler interagiert gezielt im Novigrader Meer und im Velebit-Kanal mit Schwimmern und Booten. Doch Meeresbiologen bereitet dieses Verhalten Sorge: Denn das Tier scheint den Kontakt zu anderen Artgenossen zu vermeiden – was höchst ungewöhnlich ist.

Der Delfin wurde das erste Mal mit seiner Mutter gesichtet, als er noch ein Jungtier war. Danach sah man ihn nie wieder mit anderen Artgenossen – stattdessen spielt er lieber mit Bojen oder eben mit Menschen. Viele Touristen sind darüber entzückt, berühren das Tier oder halten sich an seiner Rückenflosse fest, um sich von ihm durch das Meer ziehen zu lassen. 

Die Organisation warnt eindringlich davor, dem Delfin zu nahe zu kommen: 

Delfine können Menschen verletzen
Doch die Experten vom „Blue World Institut“ warnen vor solchen Begegnungen: Diese würden ein Risiko für „Oliver“ und auch Personen bergen. Denn solche Interaktionen können ein aggressives Verhalten hervorrufen: Plötzliche Bewegungen des Delfins können Menschen verletzen, selbst wenn er nur spielen will. Zudem können auch schwere Krankheiten durch den Kontakt übertragen werden – darunter Tuberkulose, Bindehautentzündung, Dermatitis oder andere virale oder bakterielle Infektionen. 

Ein Seil hatte sich vor wenigen Jahren auf „Olivers“ Schwanzflosse vergangen – die Narben davon ...
Ein Seil hatte sich vor wenigen Jahren auf „Olivers“ Schwanzflosse vergangen – die Narben davon sind bis heute sichtbar.(Bild: Blue World Institute)

Delfin erholte sich von Verletzungen an Schwanzflosse
„Oliver“ hat jedenfalls schon einen schweren Schicksalsschlag hinter sich: Vor ein paar Jahren hatte sich ein Seil um seine Schwanzflosse gewickelt. Das Team von  „Blue World Institut“ bemühte sich, den Tümmler davon zu befreien, aber das Tier ließ es nicht nah genug an sich heran. Offenbar konnte er sich des Seils eigenständig entledigen, aber ein Teil seiner Schwanzflosse fehlt seit dem Vorfall. Auch Narben sind noch immer sichtbar. 

Die Experten freuen sich, dass er trotz dieser Verletzungen bei guter Verfassung zu sein scheint und sich weitgehend normal verhält. Bis auf sein soziales Verhalten: Es komme zwar immer wieder vor, dass Delfine in der Adria Einzelgänger sind, aber: „Für die meisten dieser Delfine endete der enge Kontakt mit Menschen tödlich. Wie in früheren Fällen glauben wir, dass ,Olivers‘ Zukunft maßgeblich davon abhängt, wie sich die Menschen ihm gegenüber verhalten“, klärt die Organisation auf ihrer Website auf. 

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