Mensch von nebenan

Betreuer: „Kinder sind ehrlich, manchmal zu sehr“

Wien
27.07.2026 11:00

Jonathan Schreiber ist einer der kreativen Köpfe hinter dem städtischen Freizeitprogamm für Kinder. Ab und an schlüpft er auch in eine andere Rolle. Der „Krone“ erzählt er von Herausforderungen und was ihn an seinem Beruf fasziniert. 

Wie schaut das beste Angebot in den Sommerferien aus? Diese Frage stellen sich der Wiener Jonathan Schreiber und seine Kollegen tagtäglich. Er arbeitet für Wienxtra, eine Organisation der Stadt, die Freizeit- und Kulturprogramme für Kinder bereitstellt.

„Krone“: Herr Schreiber, was gefällt Ihnen an der Arbeit mit Kindern besonders?
Jonathan Schreiber: Sie geben immer unmittelbares Feedback. Wenn ihnen das Angebot gefällt, bleiben sie. Wenn nicht, wollen sie heim. Kinder sind immer ehrlich, manchmal zu sehr.

Woher nehmen Sie die Ideen für all die Freizeitangebote?
Die entstehen eigentlich in Zusammenarbeit. Wir sind ja ganz viel in den Bezirken unterwegs und arbeiten mit Partnern. Oft kommen dann Firmen auf uns zu und wir spinnen Ideen. Wir passen uns natürlich auch an die Gegebenheiten an. Bestes Beispiel dafür war die Corona-Zeit. Da haben wir angefangen, viel mehr draußen und in den Parks zu unternehmen.

Schreiber schlüpft manchmal in die Rolle des „Holli“.
Schreiber schlüpft manchmal in die Rolle des „Holli“.(Bild: KAWKA)

Aktiv mit Kindern arbeiten Sie also nicht zusammen, oder?
Doch. Ich habe eine Art Doppelrolle inne. Gelegentlich schlüpfe ich auch in das Kostüm unseres Maskottchens „Holli“. Das ist auch ganz spannend. Manche reagieren total positiv, andere eher zurückhaltend.

In Schulen stellen Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, eine große Herausforderung dar. Wie gehen Sie damit um?
Das schlägt sich natürlich in unserem Programm nieder. Bei Theateraufführungen versuchen wir, dass Sprache gar nicht so eine große Rolle spielt. Wir arbeiten viel mit Körpersprache. Tanzen oder Musik funktionieren da ganz gut.

Kinder haben bekanntlich viel Energie. Sind Sie manchmal erschöpft?
Bei großen Veranstaltungen bin ich selbst natürlich vor Ort und ich merke dann schon, dass ich am Abend erschöpft bin. Mit Kindern zu arbeiten, ist hochenergetisch. Es gibt einem viel zurück, aber man gibt auch selbst viel hinein.

Sie sind selbst Vater. Haben Sie Tipps für Eltern?
Man sollte Kindern mehr zuhören. Im Alltag ist das oft schwierig, das weiß ich. Wenn sie quengeln, haben sie oft ein echtes Anliegen. Viele Eltern setzen dann aber ihre eigenen Bedürfnisse durch. Die Meinung der Kinder ist aber wichtig und sollte gehört werden.

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