Die Ergebnisse der Klagenfurter Konjunkturumfrage Frühjahr 2026 zeichnen ein deutliches Bild: Die Wirtschaft blickt mit großer Zurückhaltung auf die kommenden zwölf Monate. Positive Impulse werden kaum erwartet. Events wie Klamour kommen sehr gut an, werden ausgebaut.
206 Unternehmen aus Klagenfurt haben sich an der aktuellen Erhebung der Wirtschaftskammer beteiligt. Die Einschätzungen zeigen, dass sich die Stimmung gegenüber dem Vorjahr weiter eingetrübt hat. Vor allem die Erwartungen an Umsatz, Auftragslage und Export entwickeln sich überwiegend negativ.
Beim Gesamtumsatz rechnen lediglich 25 Prozent der Betriebe mit einer Steigerung. 36 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung, während deutlich mehr Unternehmen von sinkenden Umsätzen ausgehen. Der Erwartungssaldo liegt mit minus 14 klar im negativen Bereich.
Auch beim Export bleibt der Ausblick verhalten. 28 Prozent rechnen mit steigenden Exportumsätzen, 31 Prozent erwarten keine Veränderung. Dem stehen jedoch 41 Prozent gegenüber, die von einem Rückgang ausgehen. Ähnlich präsentiert sich die Auftragslage. Nur 22 Prozent erwarten eine Verbesserung, 38 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Vier von zehn Unternehmen rechnen hingegen mit einer Verschlechterung.
Etwas stabiler zeigt sich die Beschäftigung. 78 Prozent wollen ihren Personalstand halten. Nur acht Prozent planen Neueinstellungen, während 14 Prozent einen Personalabbau erwarten. Die schwache Konjunktur spiegelt sich auch im Investitionsverhalten wider. Mehr als jedes zweite Unternehmen plant in den kommenden zwölf Monaten keine Investitionen. Lediglich ein Viertel beabsichtigt Neuinvestitionen, weitere 24 Prozent investieren ausschließlich in den Ersatz bestehender Anlagen.
Koralmbahn-Potential nicht ausgenutzt
Dort, wo investiert wird, stehen Digitalisierung, Innovation und die Verbesserung der Kapazitätsauslastung im Mittelpunkt. Wachstumsprojekte bleiben jedoch die Ausnahme. Auch die Bewertung Klagenfurts als Wirtschaftsstandort fällt ernüchternd aus. Drei Viertel der Unternehmen beurteilen den Standort lediglich neutral oder negativ. Das ist ein deutliches Warnsignal für die Attraktivität der Landeshauptstadt.
Kritisch sehen die Betriebe die Unternehmensfreundlichkeit von Politik und Verwaltung. Mehr als 90 Prozent der Befragten stellen den politischen und administrativen Rahmenbedingungen kein zufriedenstellendes Zeugnis aus. Dieses Ergebnis dokumentiert eine deutliche Entfremdung zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand.
Bei der Koralmbahn blieb das wirtschaftliche Potenzial aus Sicht der Betriebe bisher weitgehend ungenutzt. Viele Betriebe erwarten mehr strategische Führung, schnellere Entscheidungen und bessere Rahmenbedingungen am Standort Klagenfurt. Eine moderne Standortpolitik muss Investitionen erleichtern, Innovation fördern und wirtschaftliche Entwicklung zur Priorität machen.
Glattes Nichtgenügend für Politik
Die Botschaft der Klagenfurter Wirtschaft ist eindeutig: Ein „Weiter wie bisher“ wird den Standort nicht stärken. „40 Prozent erwarten Umsatzeinbußen, 41 Prozent befürchten einen Einbruch bei Exportumsätzen. Mit der Politik sind nur sieben Prozent zufrieden. 70 Prozent nicht. Das wäre in der Schule ein glattes Nichtgenügend“, sagt Bezirksstellenobmann Franz Ahm. „Positiv angenommen wurde Events wie Klamour der Innenstadtbetriebe. Da wurden Workshops, Stilberatung, Pop-up-Stores, Runway-Events, Afterwork-Shopping, Gastro-Specials oder Design-Märkte von den Unternehmen angeboten. Das wird beim zweiten Anlauf ausgebaut“, verspricht Ahm.
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