Letztes Aufbäumen

Parteiausschluss: Jetzt spricht Walter Ruck selbst

Innenpolitik
24.07.2026 11:54

Am Freitagabend geht es wohl „Ruck-zuck“: Die ÖVP um Parteichef und Bundeskanzler Christian Stocker wird den Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten aus der Partei ausschließen. Er selbst meldet sich zuvor noch in einem Schreiben an den schwarzen Parteivorstand zu Wort. 

Um 20 Uhr wird Bundeskanzler Christian Stocker mit seinen anderen Parteispitzen in einer Online-Sitzung über den Ausschluss des so in die Kritik geratenen Walter Ruck beraten. Das Ergebnis scheint klar zu sein: Nach den vielen enthüllten, ungustiösen Sagern Rucks gibt es für den Präsident der Wiener Wirtschaftskammer keine Zukunft mehr in der ÖVP.

Wenige Stunden vor dem Sitzungsbeginn meldet sich der Kammer-Boss jetzt auch noch selbst mit einem Schreiben an den Bundesparteivorstand zu Wort, das der „Krone“ vorliegt.

Ruck rückt nicht ab
„Glaubt man Medienberichten, so ist die Entscheidung über den Ausschluss bereits vor der Sitzung gefallen. Angesichts des oben angeführten Sachverhaltes bin ich sehr gespannt auf die schriftliche Begründung eines eventuellen Ausschlusses. Unabhängig davon werde ich als Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes und Präsident der Wiener Wirtschaftskammer wie bisher mit vollem Herzblut für den Wiener Wirtschaftsstandort arbeiten“, erklärt er in dem Schriftstück. 

Walter Ruck gibt sich „verwundert“.
Walter Ruck gibt sich „verwundert“.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Zitat Icon

Seit Beginn dieser Kampagne gegen meine Person habe ich darauf hingewiesen, dass die veröffentlichten Aussagen von mir nicht bestätigt werden können! 

Walter Ruck in dem Schreiben

Der geplante Rauswurf wundere Ruck zudem, da auf „Ersuchen des Ethikrates für nächste Woche ein Gespräch mit Landeshauptfrau außer Dienst Waltraud Klasnic vereinbart wurde, um die laufende Medienkampagne zu besprechen und sich daraus ergebende Fragen zu erörtern“. Dieses Gespräch sei am Donnerstag abgesagt und stattdessen verlangt worden, dass er bis Freitag, 12 Uhr, „eine Erklärung vorzulegen“ habe.

Weiters wehrt sich Ruck gegen die „Kampagne der Medien“. Es seien "nicht verifizierte Zitate aus einer potenziell illegalen Tonaufnahme publiziert, deren Echtheit – so eine authentische Aufnahme überhaupt existiert – von mir nicht überprüft werden kann“.

Umstimmen dürfte Rucks Schreiben den schwarzen Parteivorstand allerdings nicht. Für Kanzler Stocker und die Partei im Allgemeinen wird die Causa Ruck in Zeiten ohnehin sehr schlechter Umfragen mehr und mehr zur Belastung ...

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