Die ersten Worte von Jürgen Klopp als DFB-Nationaltrainer haben es durchaus in sich. Die Aufgabe sei eine große Ehre für ihn, so der 59-Jährige, der aber gleich klarstellt: „An dem Tag, an dem ihr nicht mehr wollt, dass ich den Job mache, sagt ihr es. Und ich bin weg. Ohne Abfindung.“ Doch nicht nur diese Bedingung wird gestellt.
„Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, bin ich weg. Nicht einzelne, müsste schon mehr sein“, betont Klopp bei seiner Vorstellung als neuer DFB-Bundestrainer und lässt sich dabei ein kurzes Grinsen entlocken. Dann wird er aber wieder ernst: „Wenn der DFB sagt, der ist scheiße, bin ich weg. Wenn ihr euch danebenbenehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg!“ Klare Ansage von „Kloppo“.
Dabei bittet der neue Bundestrainer sogar darum, ehrlich mit ihm umzugehen. „Kritisiert mich, wenn etwas nicht funktioniert. Ich bin gerne bereit, daran zu arbeiten. Es geht nur um die Sache“, so der 59-Jährige, der zudem betont: „Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft. Das ist idealerweise das Highlight meiner Karriere.“
„Werde mich nicht zu wichtig nehmen“
Klopp wurde nach einem längeren Tauziehen am Freitag endlich als neuer DFB-Teamchef vorgestellt. Er sei froh, dass nun alle Vertragsdetails geklärt seien und er sich auf seine neue Herausforderung konzentrieren könne, stellt der ehemalige Liverpool- und Dortmund-Trainer klar.
„Wir sollten besser Fußball spielen, aber auch einige andere Dinge ändern. Wir werden jeden Stein umdrehen. Meine Hauptaufgabe ist es, der Nationalmannschaft zu helfen. Ich werde mich aber nicht zu wichtig nehmen“, kündigt Klopp dabei an.
Nach dem nächsten WM-Debakel – dem Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale – habe man einige Aufgaben vor sich. „Es ist nicht alles schlecht, aber verbesserungswürdig. Jeder, der Lust draufhat, das gemeinsam anzugehen, ist herzlich willkommen“, so der Fußball-Lehrer.
Seine neue Aufgabe erfüllt Klopp mit Ehrfurcht: „Was bei mir passiert ist in den letzten Tagen, ist, dass da ein Film abläuft, einem was durch den Kopf geht. Wo ging alles los, wo kommt man her. Ich hatte schon eine Ahnung, wie groß das Amt des Bundestrainers ist. Aber wenn man damit in Verbindung gebracht wird, fühlt man die Größe und die Verantwortung noch mehr. Da ich weiß, wo ich herkomme, ist es für mich unvorstellbar gewesen, dass es mal dazu kommt.“ Jetzt brennt er darauf, seinen Worten auch Taten folgen zu lassen.
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