In Österreich hat es zuletzt in vielen Gebieten stark geregnet. Auch Gewitter gingen nieder. Für die Dürreperiode sei das aber nur „eine kleine Entspannung“ gewesen, sagte Alexander Orlik, Klimatologe der GeoSphere Austria am Montag.
„Für die Natur bedeutet das einen Moment Erholung. Auf die niedrigen Grundwasserpegel – vor allem im Osten Österreichs – haben die Niederschlagsmengen kaum Auswirkung“, hieß es weiter. Damit sich die Situation normalisiere, bräuchte es eine flächendeckende Regenmenge von rund 160 Millimetern oder 160 Litern pro Quadratmeter. Österreich befindet sich bereits seit Monaten in einer Dürreperiode.
In den vergangenen Tagen haben vor allem die tiefer gelegenen Teile Ober- und Niederösterreichs erneut kaum Regen abbekommen. „Dennoch summierte sich, gemittelt über alle Stationsmessungen in den letzten sechs Tagen, eine Regenmenge von grob 30 Millimetern, also rund etwa ein Fünftel der Menge, die in einem durchschnittlichen Juli in Österreich fällt“, sagte Orlik. Das liegt daran, dass einzelne Mengen beeindruckend ausfielen: In Tannheim (Tirol), Mittelberg (Vorarlberg) und Seckau (Steiermark) summierten sich in der vergangenen Woche mehr als 100 Milliliter Niederschlag. An weiteren 49 Wetterstationen fiel eine Regenmenge zwischen 50 und 100 Millilitern.
Waldbrandgefahr in Wien
Heftig war beispielsweise ein Gewitter in Wien am vergangenen Freitag. Insgesamt weist die Messstation Hohe Warte für die Bundeshauptstadt in der Zeit von 14. bis 20. Juli (jeweils 8.00 Uhr) 53,4 Millimeter Regen aus. 14 Millimeter davon fielen innerhalb von nur zehn Minuten. In Wien sind die Böden allerdings immer noch sehr trocken. Deswegen herrscht Waldbrandgefahr. Die Niederschläge der vergangenen Tage seien zu schnell und kurz gewesen, sagte Günther Annerl der Magistratsabteilung Forst- und Landwirtschaftsbetrieb. Materialien wie Laub oder Nadeln am Boden würden sich bei Funkenflug schnell entflammen. Besonders gefährdet ist etwa die Donauinsel.
Auch Quellenschutzgebiete rund um die Stadt wie das Rax- und Schneeberggebiet oder das Hochschwabmassiv südwestlich von Wien seien einer hohen Gefahr ausgesetzt. Die Trinkwasserquellen seien zwar im Fall eines Brandes gesichert, der Wald würde das Niederschlagswasser aber nicht mehr richtig filtern können. Aktuell sind 90 Prozent der Grundwasser-Pegel hierzulande niedrig. Auf die Versorgung hat das aber keine Auswirkungen. Österreich zählt zu den wasserreichsten Ländern Europas. Das Trinkwasser stammt ausschließlich aus Grund- und Quellwasser – rund 55 Prozent aus Grundwasserbrunnen und 45 Prozent aus Quellen. Niedrige Grundwasserstände bedeuten, dass Brunnen und Quellen weniger Wasser liefern können als üblich.
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