Rückkehrer Danilo Soares hat sich bei Austria Lustenau, wo die Karriere des Außenverteidigers vor gut 15 Jahren so richtig begann, sofort zu einer Führungsfigur entwickelt. Wenn der Brasilianer aber einmal richtig ausspannen will, tut er das auf der Farm seines Vaters – und dort trägt er Cowboystiefel.
Als im Juli 2010 ein 18-jähriger Brasilianer ein Probetraining bei der Austria absolvierte, zeigte sich der damalige Coach Edi Stöhr begeistert. „Er hat mich am meisten überzeugt. Ein Linksfuß, der in der Abwehr, aber auch im Mittelfeld spielen kann.“ Gemeint war damit Danilo Soares, der in der Folge auch drei Jahre für die Austria in der Zweiten Liga spielte, zum Fan-Liebling wurde und von Lustenau aus eine beachtliche Karriere startete.
So absolvierte Danilo, wie er sich nennt, unter anderem 58 Bundesligaspiele für den VfL Bochum und ein weiteres für Ingolstadt. Bei den Schanzern setzte ihn eine hartnäckige Zehenverletzung Monate außer Gefecht, er kämpfte sich nach zwei Operationen wieder mühsam zurück. „Als ich 2013 von Lustenau ging, habe ich immer gesagt, dass ich eines Tages zurückkehren werde“, machte der Mann aus Belo Horizonte sein Versprechen wahr. Inzwischen besitzt er auch die deutsche Staatsbürgerschaft. „Es ist fantastisch, wie sich der Verein in den 13 Jahren weiterentwickelt hat.“ Ex-Präsident Hubert Nagel gab ihm damals die Chance, im Fußball eine Profi-Karriere zu starten. Klar, dass er seinem ehemaligen Förderer bei der Rückkehr gleich einen Besuch abstattete.
Links gesetzt
Seit Vorbereitungsstart gehört Soares, der zuletzt beim 1. FC Nürnberg spielte, dem Austria-Kader an. Und ist dort als linker Verteidiger wohl fix gesetzt. Mittlerweile ist sein Deutsch perfekt und er hat sich längst zu einer Führungsfigur entwickelt. Auch seine beiden Kinder sind in Deutschland geboren, mit den Schulferien in Bayern wechselt dann auch seine Familie nach Lustenau.
Danilos Routine ist für die Grün-Weißen, bei denen nur wenige Spieler über Bundesligaerfahrung verfügen, ein entscheidender Fakt. „Mein Ziel ist es, der Mannschaft zu helfen, wo ich kann. Ich werfe immer alles rein, was ich habe. Für einen guten Außenverteidiger kommt die Defensive natürlich zuerst.“ Er selbst hat sich einst von den Real Madrid-Stars Roberto Carlos und vor allem Marcelo am meisten abgeschaut. Danilo ist ein Vollblut-Fußballer durch und durch. Wenn er aber einmal richtig vom runden Leder abschalten will, weiß er, wo er das am besten kann. Sein Vater besitzt eine Farm in Quilombo im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina. „Er hat dort auch Kühe.“ Und dann wechselt Danilo schon mal die Fußballschuhe gegen Cowboy-Stiefeln.
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