Bergrettung im Einsatz

Blitz und Baum trafen Wanderer in der Steiermark

Steiermark
20.07.2026 08:54
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Die steirischen Einsatzkräfte mussten am Sonntag gleich mehrmals ausrücken: Auf der Rax wurde ein Alpinist von einem Blitz getroffen. In der Heiligengeistklamm in Leutschach wurde eine Wanderin von einem Baum getroffen. Am Hochschwab wurden zwei Wanderer von einem Gewitter überrascht.

Der gestrige Sonntag war ein intensiver Tag für die alpinen Einsatzkräfte in der Steiermark. An gleich mehreren Orten kam es auf Bergen zu Notlagen: Die Bergrettung Mürzzuschlag wurde zu einem Großeinsatz auf der Tax alarmiert. Zwei 25-jährige Ungarn wurden beim Aufstieg durch das „Große Fuchsloch“ – einer leichten, unversicherten Kletterroute auf der steirischen Raxseite – von einem Gewitter eingeholt.

Die beiden Alpinisten wurden unmittelbar nach dem Ausstieg aus dem „Fuchslochsteig“ auf einer Höhe von etwa 1883 Metern von einem Blitz getroffen. Einer der beiden wurde durch die Wucht des Blitzeinschlags in eine Felsrinne rund 30 Höhenmeter Richtung Tal geschleudert. Sein Kamerad erlitt ebenso Verletzungen, konnte aber gegen 14 Uhr noch selbst einen Notruf absetzen.

Mit Trage ins Tal gebracht
Aufgrund des böigen Windes konnte eine Rettung mittels Hubschrauber nicht stattfinden, weshalb rund 30 Einsatzkräfte der Bergrettungen Mürzzuschlag, Neuberg an der Mürz und der Alpinpolizei bei widrigsten Wetterbedingungen über die Karreralm zu den Verletzten aufstiegen. Beide Verunfallten mussten über die gesamte Hochfläche und den „Schlangenweg“ mittels Trage abtransportiert werden. Die beiden Bergsteiger konnten mit teils schweren Verletzungen ins Tal gebracht und dem Roten Kreuz übergeben werden.

30 Einsatzkräfte waren am Sonntag auf der Rax im Einsatz.
30 Einsatzkräfte waren am Sonntag auf der Rax im Einsatz.(Bild: Bergrettung Steiermark)

Ersten Informationen zufolge dürfte einer der Männer durch den Blitzschlag im Bereich des Oberkörpers Verbrennungen zweiten Grades und mehrere Abschürfungen erlitten haben. Er konnte nach einer Wetterbesserung vom Rettungshubschrauber ins AKH Wien geflogen werden. Auch beim zweiten Alpinisten wurden leichtere Verbrennungen sowie eine Verletzung am rechten Fußgelenk diagnostiziert. Er wurde vom Roten Kreuz ins Krankenhaus nach Leoben eingeliefert. Beide Männer waren bei Bewusstsein, wiesen jedoch Erinnerungslücken auf.

Frau von Baum getroffen
Eine Familie aus dem Bezirk Leibnitz war am Sonntag in Leutschach an der Weinstraße (Bezirk Leibnitz) bei einer Wanderung in der Heiligengeistklamm unterwegs. Dabei stürzte eine rund 20 Meter hohe und etwa 50 Zentimeter starke Esche aus bislang unbekannter Ursache um. Die 43-jährige Frau wurde von dem umstürzenden Baum im Bereich des Kopfes und des Oberkörpers getroffen und kam zu Sturz.

Ihr Mann und ihre Tochter blieben bei dem Vorfall unverletzt und setzten einen Notruf ab. Die Frau erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und musste mittels Tau von einem Rettungshubschrauber gerettet werden. Sie wurde in das LKH nach Graz geflogen. Neben den Rettungskräften und dem Notarztteam des Helikopters standen auch die Feuerwehren Leutschach und Maltschach im Einsatz. Die näheren Umstände sind Gegenstand laufender Ermittlungen.

Paar am Hochschwab von Gewitter überrascht
Am Sonntagnachmittag wurde auch am Hochschwab im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag ein Paar von einem Gewitter überrascht. Nach einer Nächtigung am Schiestlhaus auf rund 2156 Metern Höhe wollte ein Paar aus Wien über das Hochplateau der Aflenzer Staritzen, die Hochweichsel und den sogenannten Gamssteig zu seinem Ausgangspunkt nach Seewiesen wandern. Trotz der angekündigten Wetterverschlechterung starteten der 28-Jährige und seine 27-jährige Begleiterin ihre Tour aber erst gegen 10 Uhr.

Gegen 14.30 Uhr erreichte die prognostizierte Unwetterfront dann den Hochschwab. Starker Regen, heftiger Wind und dichter Nebel erschwerten den beiden Wanderern den weiteren Weg. Mehrmals wurden die beiden von Windböen zu Boden gerissen. Aufgrund der schlechten Sicht verloren sie schließlich die Orientierung und mussten einen Notruf absetzen.

Das Wetter erschwerte aber auch den Einsatz der Rettungskräfte, da auch die Verbindung zu den Wanderern abriss. Da ein Hubschraubereinsatz aufgrund der Bedingungen ausgeschlossen werden musste, starteten die Bergrettung Turnau und die Alpinpolizei von der Graualm aus einen bodengebundenen Rettungseinsatz. Gegen 16.30 Uhr konnte das Wanderpaar schließlich aufgefunden und sicher ins Tal gebracht werden. Beide Personen blieben unverletzt, erlitten jedoch eine leichte Unterkühlung.

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