Auf 2159 Metern

Bergretter holten Schaf vom Gipfel – unverletzt

Salzburg
16.07.2026 12:30

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz rückten die Bergretter in Dienten am Hochkönig (Salzburg) am Donnerstag in aller Früh aus. Ein Schaf war auf Abwege geraten und konnte unter dem Gipfel der Taghaube nicht mehr weiter. Gemeinsam mit dem Landwirt ging es für die Retter ins steile Gelände, um das Tier per Seil zu bergen.

„Wir sind gleich um fünf Uhr gestartet“, erzählt Einsatzleiter Stefan Aigner der „Krone“. Sofort hätten sich in der Bergrettungs-Orststelle in Dienten drei Freiwillige für den tierischen Einsatz gefunden. Gemeinsam mit dem Landwirt, dem das Schaf gehört, und dessen Tochter ging es dann zu fünft in Richtung Gipfel.

Rasch war das Tier wieder in Sicherheit.
Rasch war das Tier wieder in Sicherheit.(Bild: Bergrettung Dienten)

Bemerkt wurde das Fehlen des Tiers bereits am Mittwochabend. „Aufgrund des Wetterberichts haben wir allerdings die Nacht noch abwarten müssen“, so Aigner. Zudem hätte das Schaf zwar nicht weitergekonnt, habe aber einen guten Platz auf einem Plateau gehabt und wurde am Abend noch mit Futter versorgt.

„Haben kein Schafsicherungsgerät“
Beim Tier angekommen, mussten die Bergretter dann improvisieren. „Wir haben ja kein Schafsicherungsgerät“, erzählt Einsatzleiter Aigner, der selbst ebenfalls Landwirt und auch Hundeführer ist. Mittels Schlingen konnte das Tier dann schonend gesichert werden. „Gott sei Dank war das Schaf ruhig und hat sich alles sofort gefallen lassen.“ 

Für das Schaf, den Landwirt und die Bergretter ging der Einsatz gut aus.
Für das Schaf, den Landwirt und die Bergretter ging der Einsatz gut aus.(Bild: Bergrettung Dienten)

Vor Ort war der Einsatz nach gut 20 Minuten beendet. Mit dem Auf- und Abstieg waren die Retter 2,5 Stunden unterwegs. Warum das Tier in einem sogenannten Kamin festgesteckt ist? „Das lässt sich nicht sagen, vielleicht hat es sich irgendwie erschreckt“, sagt Aigner. Eigentlich seien Schafe sehr geländegängig und gebirgserfahren. 

Den Einsatz selbst werden die Bergretter in guter Erinnerung behalten. „Ich gehe lieber in Ruhe für ein Schaf auf den Berg, als schnell zu einer verletzten Person auszurücken“, erzählt der Einsatzleiter mit einem Augenzwinkern. Ihn freute zudem, dass sich der Landwirt wegen seines Tieres gemeldet hatte. „Das zeigt, wie sehr er auf das Tierwohl schaut.“

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