Gesundheitsdaten

Keine Hektik: Fax-Ablöse zieht sich seit 14 Jahren

Innenpolitik
16.07.2026 10:51

Eigentlich sollte das Kapitel Fax im Gesundheitswesen längst Geschichte sein. Tatsächlich läuft die Digitalisierung der Übermittlung sensibler Gesundheitsdaten aber seit 14 Jahren – und ist noch immer nicht abgeschlossen. Nun verlängert die Regierung eine Übergangsregelung bei der sogenannten „Fax-Ablöse“ erneut um ein Jahr. Weil die endgültige technische Lösung noch nicht überall funktioniert.

Totgesagte leben länger – und die Digitalisierung im Gesundheitswesen offenbar ganz besonders. Die sogenannte „Faxablöse“ im Gesundheitswesen zieht sich mittlerweile seit 14 Jahren (!). Das Fax selbst wird für die Übermittlung sensibler Gesundheitsdaten zwar seit Anfang 2025 nicht mehr verwendet. Doch die Umstellung auf die endgültige Form der sicheren elektronischen Datenübertragung ist noch immer nicht abgeschlossen.

Jetzt gibt es die nächste Fristverlängerung: Der Gesundheitsausschuss hat beschlossen, die Übergangsregelung im Gesetz bis 30. Juni 2027 zu verlängern. Eigentlich hätte die derzeit zulässige Übergangslösung bei der elektronischen Übermittlung Ende Juni auslaufen sollen. Künftig sollten Gesundheitsdaten ausschließlich mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen werden. Doch daraus wird vorerst nichts.

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Nach 14 Jahren sollte man eigentlich erwarten dürfen, dass sichere technische Standards nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt werden.

Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen

Sogar Botengänge als Alternative
Aus dem Büro von Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig heißt es, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen seien noch nicht überall erfüllt – vor allem kleinere Gesundheitsdiensteanbieter seien noch nicht so weit. Außerdem werde derzeit an einer gemeinsamen öffentlichen Kommunikationslösung gearbeitet. Man wolle verhindern, dass alle unter Zeitdruck in teure Zwischenlösungen investieren müssten. Wie der „Krone“ geschildert wurde, soll es zwischen kleineren Laboren und dem Krankenhaus etwa sogar vereinzelt noch Botengänge geben, um die Daten sicher zu übermitteln. 

Kopfschütteln bei den Grünen
„Die Faxablöse bleibt das Ziel – aber sie soll geordnet, sicher und ohne unnötige Mehrkosten passieren“, heißt es aus dem Staatssekretariat. Für Patienten ändere sich durch die Verlängerung nichts, auch der Datenschutz bleibe gewährleistet. Dass es nach 14 Jahren überhaupt noch eine Übergangsregelung braucht, sorgt allerdings für Kopfschütteln. Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner spricht von einem Offenbarungseid: „Auf der einen Seite wird die digitale Zukunft beschworen, auf der anderen Seite verlängert man zum wiederholten Mal eine Übergangslösung bei der Übertragung von Gesundheitsdaten. Nach 14 Jahren sollte man eigentlich erwarten dürfen, dass sichere technische Standards nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt werden.“

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