Unwetter wütete heftig

Land unter: Starkregen sorgte für Überflutungen

Niederösterreich
15.07.2026 18:30

Die Wassermassen kamen plötzlich und mit Sturmböen bis zu 100 km/h, die „Krone“ berichtete. Überflutet wurden am Dienstag nicht nur ein Bahnsteig und eine Unterführung in Felixdorf, Bezirk Wiener Neustadt, sondern auch die Süd-Autobahn bei Leobersdorf, Bezirk Baden. 

„Jetzt habe ich seit 1988 den Führerschein und spule viele Kilometer im Jahr ab, aber so etwas habe ich bis dato noch nie erlebt. Wir sind aus Wien direkt auf das Unwetter zugefahren, ab Kottingbrunn war es extrem. Hagel, Wind, Gewitter, überflutete Autobahn“, schildert Rainer Spenger, SPÖ-Vizebürgermeister aus Wiener Neustadt.

Verkehr kam zum Erliegen
Der Verkehr kam stellenweise zum Erliegen, die Scheibenwischer gaben trotz höchster Stufe kaum Sicht. „Glücklicherweise waren alle Lenker sehr diszipliniert“, so Spenger.
Passiert ist auf der A2 nichts, und auch sonst scheint man glimpflich davon gekommen zu sein. „Die Kameraden sind mit den Aufräumarbeiten fertig“, sagt Karl-Heinz Greiner, Bezirksfeuerwehrkommandant Wiener Neustadt.

Mindestens 100.000 Euro Schaden
Anders die Situation bei der Firma Holz Wahl in Theresienfeld. Eine Verklausung des kleinen Tirolerbachs führte zu einem Schaden, der laut Firmenchef Robert Wahl mindestens 100.000 Euro ausmacht. „ Zum Glück habe ich meinen Sohn um Mitternacht vom Flughafen abgeholt und das Wasser bemerkt, sonst wäre das Ausmaß noch größer“, so Wahl. Sofort ging er daran, den Bach freizulegen. Die Feuerwehr stand ihm bei. „Jetzt helfen uns meine Mitarbeiter, zwei Kollegen von Partnerfirmen und ein Bauer beim Aufräumen“, so Wahl am Mittwoch. Der Betrieb war aufgrund der Unwetterschäden eingeschränkt, wie er auf Facebook informierte.
„Robert steht als Feuerwehrmann immer Gewehr bei Fuß und jetzt hat es ihn selbst erwischt“, zeigt auch Bezirksfeuerwehrkommandant Greiner seine Betroffenheit.

Verwüstungen wieder weggeräumt
In der Maria Theresiensiedlung hingegen sind am Tag danach die Schneemänner aus Hagelkörnern geschmolzen und auch die Mure auf der Hohe-Wand- Straße ist weggeräumt. „Kleinere Muren gibt es bei der Hohen Wand immer wieder, aber so eine große ist meines Wissens nach nicht abgegangen“, informiert Josef Laferl, ÖVP-Bürgermeister Hohe Wand. Die Schneise des Unwetters am frühen Dienstagabend zog von der Hohen Wand über Dreistetten, Wöllersdorf, Steinabrückl über Sollenau und Felixdorf in die Maria Theresiensiedlung. 

Stromausfall in Felixdorf
„Die Lage ist mittlerweile wieder entspannt. Wir hatten in Sollenau ein Riesenglück. Unsere Feuerwehr war stark gefordert, zumal sie zuvor auch zwei Kleinbrände hatten“, weiß der Sollenauer SPÖ-Bürgermeister Stefan Wöckl.
Die Hilfe erwähnt auch Elisabeth Gaisch von Lisis Cafè in Felixdorf: „Man muss auch einmal Danke sagen“, schreibt sie auf Facebook, und „vielen Dank an die Energietechniker für die Wiederherstellung der Stromerzeugung nach dem Unwetter. Unsere Mehlspeisen und unser Eis haben den Stromausfall bestens überstanden.“ Rund eine Stunde waren Ortsteile ohne Strom.

Feuerwehren gut gerüstet
Die Feuerwehren sind laut Bezirkschef Karl-Heinz Greiner mit ausreichend Pumpen für Extrem-Wetterlagen gerüstet. Abschließend hält er noch fest: „Wir sind dankbar über jeden, der als neuer Kamerad zu uns zur Feuerwehr kommen will.“

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