Helikopter, Güllewagen

Blitzschläge: Waldbrände fordern Hunderte Helfer

Tirol
15.07.2026 08:18

In Sachen Waldbrände nach Blitzschlägen überschlugen sich am Dienstag in Tirol die Ereignisse. Während zu Mittag in Wildermieming ein Brand ausgebrochen war, der zu Spitzenzeiten von nicht weniger als acht Hubschraubern bekämpft wurde, folgten noch weitere Einsätze im Unterland und in Osttirol. Entwarnung gibt es teils auch heute, Mittwoch, noch nicht. Ersehnter Regen hilft jedoch bei der Bekämpfung.

Gegen 12.15 Uhr brach Dienstagmittag der Brand in Wildermieming (Bezirk Innsbruck-Land) im Bereich „Grießlehne“ aus.  Dabei handelt es sich um ein markantes Wald- und Geländegebiet oberhalb der rund 1000-Seelen-Gemeinde. Ausgelöst worden sein dürfte dieser durch einen Blitzschlag. Kurz zuvor war ein heftiges Gewitter über das Gebiet gezogen.

Bis zu acht Hubschrauber in der Luft
Ein Großeinsatz folgte. An die 150 Einsatzkräfte waren vor Ort. Bekämpft werden konnte der Brand ausschließlich aus der Luft – zu Spitzenzeiten flogen bis zu acht Hubschrauber, auch welche vom Bundesheer.

Am Abend wurde der Einsatz unterbrochen, ehe er Mittwochfrüh wieder fortgesetzt wurde. „Der Waldbrand wird weiterhin intensiv bekämpft. Derzeit kommen zwei weitere Hubschrauber zum Einsatz, um die noch vorhandenen Glutnester gezielt aus der Luft zu löschen“, schilderte Bürgermeister Matthias Fink gegen 8 Uhr.

Regen sorgte für Entspannung
Der nächtliche Regen habe zu einer spürbaren Entspannung der Lage beigetragen. „Aufgrund der aktuellen Witterungs- und der allgemeinen Geländesituation wird derzeit jedoch auf den Einsatz von Bodenkräften im unmittelbaren Brandbereich verzichtet“, so der Dorfchef weiter.

Die Bevölkerung werde weiterhin dringend gebeten, das Einsatzgebiet weiträumig zu meiden und Zufahrten für die Einsatzkräfte freizuhalten. Am Mittwoch standen zunächst noch rund 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundesheer, Bergrettung, Rettung, Polizei sowie der Gemeinde im Einsatz.

Laut Polizei werde davon ausgegangen, dass das Feuer durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde.

Wurzelstock ging in Flammen auf
Am Dienstagnachmittag ist es auch in Matrei in Osttirol zu einem Waldbrand gekommen – jedoch zu einem weitaus kleineren. Im Ortsteil Kienburg brannte ein Wurzelstock sowie der umliegende Waldboden. Als Ursache für das Feuer werde auch hier ein Blitzschlag vermutet, der sich im Zuge eines zuvor durchgezogenen Gewitters ereignet hatte. Da sich die Brandstelle in einem steilen und schwer zugänglichen Waldstück rund 400 Höhenmeter oberhalb des Tales befand, wurde ein Hubschrauber und eine Drohne zur Lagebeurteilung und Brandbekämpfung angefordert.

Gegen 19.30 Uhr konnte schließlich „Brand aus“ gegeben werden.

Großer Waldbrand auch im Bezirk Kufstein
Auch in Breitenbach am Inn gab es am Dienstag Waldbrand-Alarm! Gegen 19.45 Uhr hatte ein 36-jähriger Einheimischer das Feuer gemeldet. Der Brandherd befand sich auf etwa 1300 Metern Seehöhe oberhalb von mehr als 50 Grad steilen Felsschrofen und unterhalb des bewaldeten Kühbergs (1677 Meter). Die exponierte Lage erschwerte die Löscharbeiten erheblich.

Beteiligt waren die Feuerwehren aus Breitenbach, Kramsach, Radfeld, Landl, Hinterthiersee, Kufstein, Bad Häring, Schwoich, Söll, Ebbs und Unterlangkampfen. Zusätzlich standen die Betriebsfeuerwehr Novartis, Flughelfer sowie das Drohnenteam des Bezirksfeuerwehrverbandes im Einsatz.

Ab 21 Uhr unterstützte ein Hubschrauber des Bundesheeres die Einsatzkräfte aus der Luft und führte insgesamt vier Löschflüge über dem Brandgebiet durch. Aufgrund der einbrechenden Dunkelheit mussten die Löscharbeiten gegen 21.30 Uhr vorübergehend eingestellt werden. Der Einsatz wurde am Mittwoch um 5 Uhr wieder aufgenommen.

„Laut derzeitigem Erhebungsstand breitete sich der Brand bis in die Nacht hinein auf etwa 900 bis 1000 Quadratmeter aus“, so die Polizei in der Früh. Ursache dürfte auch in diesem Fall Blitzschlag gewesen sein. 

Mit Güllefässern zum Brandeinsatz
Waldbrand-Alarm hatte es auch schon am Montagabend in Osttirol gegeben: Nach einem Blitzschlag kam es in Oberlienz auf etwa 1900 Metern zu einem Brand. Der Einsatzort war extrem schwer zugänglich. Die Feuerwehr konnte die Situation aber letztlich dank kräftiger Unterstützung heimischer Landwirte unter Kontrolle bringen. „Mehrere Landwirte halfen der Feuerwehr, indem sie mit Güllefässern Löschwasser zum Einsatzort beförderten“, so die Polizei.

Gegen 23.30 Uhr konnte der Brand schließlich gelöscht werden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

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