Die meisten Todesopfer bei Radunfällen in der Steiermark sind 65 Jahre oder älter. Maßnahmen könnten den Verkehr sicherer gestalten. Beim Umstieg von einem normalen Fahrrad auf ein E-Bike werden Radfahrkurse empfohlen.
Neun Radfahrer verloren im vergangenen Jahr im steirischen Verkehr ihr Leben – fünf davon waren 65 Jahre oder älter. Im Dreijahreszeitraum 2023 bis 2025 sind Senioren sogar noch stärker betroffen: 62 Prozent der tödlichen Radfahrunfälle geschahen in der Altersgruppe 65 plus.
Aktuell gehören dieser Generation in der Steiermark 285.000 Menschen an, bis zum Jahr 2035 wird mit einer Zunahme um 65.000 auf rund 350.000 Senioren gerechnet. „Mit der wachsenden Anzahl an älteren Menschen wird es immer wichtiger, dass unser Verkehrssystem seniorengerecht wird“, sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
VCÖ empfiehlt Radeln im Alter
Der hohe Anteil von Senioren bei Todesopfern bei Radunfällen ist laut VCÖ aber kein Argument gegen das Radfahren im Alter. Gerade für Ältere spielt das Rad als Verkehrsmittel nämlich eine große Rolle. Denn ab 65 Jahren nimmt der Anteil der Alltagswege, die kürzer als fünf Kilometer sind, deutlich zu. Es handelt sich also großteils um Wege, die leicht mit einem Fahrrad zurückgelegt werden können.
Mit der wachsenden Anzahl an älteren Menschen wird es immer wichtiger, dass unser Verkehrssystem seniorengerecht wird.

Klara Maria Schenk, VCÖ
Bild: VincentSufiyan
Radfahrkurse für Senioren
Die Expertin betont darum die Dringlichkeit von sicheren Bedingungen für Radfahrer jeden Alters. Wirksam wären etwa der verstärkte Ausbau des Radwegenetzes und die Herabsetzung des Tempolimits von 50 auf 30 im Ortsgebiet. Beim Wechsel auf ein E-Bike werden zusätzlich Radfahrkurse empfohlen.
Derartige Einschulungen werden etwa vom steirischen Seniorenbund bereits seit 2017 angeboten. „Ich habe damals gemerkt, dass viele auf ein E-Bike umsteigen und dann aber Dinge passieren, die nicht passieren dürfen. Da wollte ich etwas dagegen tun“, erzählt Johann Ostermann, Fachreferent für Sport beim Seniorenbund.
Um den Verkehr seniorengerecht zu gestalten, wären laut VCÖ Maßnahmen wie der verstärkte Ausbau des Radwegenetzes mit dem Fokus auf baulich getrennten Radwegen,insbesondere entlang von Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen, oder die Herabsetzung des Tempolimits im Ortsgebiet von 50 auf 30 sinnvoll. Beim Umstieg auf ein E-Bike wird vor allem Älteren ein Radfahrkurs empfohlen. In derartigen Kursen spielt einerseits der praktische Umgang mit dem neuen Fahrzeug – also richtiges Bremsen, Anfahren, Abbiegen, Absteigen – eine Rolle, aufgefrischt werden aber auch theoretische Inhalte wie die richtige Ausstattung des Rads und die korrekte Einstellung eines Helms. Der Seniorenbund bietet Schulungen an.
Gemeinsam mit der Easy Drivers Radfahrschule Schladming werden nun mehrmals jährlich dreistündige Kurse angeboten. „Man lernt, wie das Rad ausgestattet sein muss und der Helm richtig eingestellt wird, aber auch das Bremsen und Anfahren mit dem E-Bike“, erklärt Ostermann. Seit dem Beginn wurden bereits rund 1700 Mitglieder des Seniorenbundes geschult, die Nachfrage ist hoch.
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