Mit Sam Neill verliert die Filmwelt nicht nur einen ihrer größten Stars, sondern einen Mann, den Kollegen immer wieder als warmherzig, bescheiden und zutiefst menschlich beschrieben haben. Der Schauspieler, der mit Rollen in „Jurassic Park“, „Das Piano“ und „Peaky Blinders“ Millionen Menschen begeisterte, ist im Alter von 78 Jahren überraschend gestorben.
Weltweit verabschieden sich nun Weggefährten, Politiker, Freunde und Fans von einem Mann, der weit mehr war als nur ein gefeierter Schauspieler.
Jurassic World-Regisseur Colin Trevorrow würdigte ihn auf Instagram als einen „zutiefst seelenvollen und wunderschönen Mann“ und erinnerte an seine außergewöhnliche Ruhe, seinen Humor und seine ansteckende Lebensfreude.
Schauspieler Karl Urban bezeichnete Neill als „Inspiration“ und Wegbereiter für Generationen von Künstlern sowie als ein wahres „nationales Heiligtum“ Neuseelands.
Toni Collette, die mit ihm für „A Long Way Down“ vor der Kamera stand, sprach vom Verlust eines geliebten Freundes und nannte ihn einen absoluten „Sweetheart (Liebling)“. Auch Alan Cumming zeigte sich tief erschüttert und trauerte um einen „glorreichen, wunderbaren Mann“.
Auch Sängerin Kylie Minogue reagierte bestürzt auf die Todesnachricht. Unter dem Familien-Posting, mit dem der Tod des Schauspielers bekannt gegeben wurde, hinterließ sie eine kurze, aber bewegende Botschaft: „Vale Sam“ – eine traditionelle Abschiedsformel mit der Bedeutung „Lebe wohl, Sam“ oder „Ruhe in Frieden, Sam“. Zwei Worte, die die Fassungslosigkeit vieler Weggefährten über den Verlust des beliebten Schauspielers auf den Punkt bringen.
„Von Liebsten umgeben in Würde gegangen“
Auf dem Instagram-Account von Sam Neill verabschiedete sich seine Familie mit bewegenden Worten von dem Schauspieler. „Mit großer Trauer teilt die Whānau von Sam Neill mit, dass er am Montag, dem 13. Juli, in Sydney, Australien, verstorben ist“, heißt es in dem Beitrag.Whānau ist ein Begriff aus der Sprache der Māori und bedeutet Familie beziehungsweise erweiterte Familiengemeinschaft.
Weiter schrieb die Familie: „Sam war von seinen Liebsten umgeben und ist mit jener Würde von uns gegangen, die sein gesamtes Leben geprägt hat.“
Hier sehen Sie die bewegende Nachricht, mit der die Familie den Tod von Sam Neill öffentlich machte:
Neuseeland verlor einen wahren Giganten
Der neuseeländische Comedian Rhys Darby beschrieb Neill als Legende und Vorbild weit über die Welt des Films hinaus. Schauspielerin Lesley-Ann Brandt brachte die Gefühle vieler Landsleute auf den Punkt: Mit Sam Neill habe Neuseeland einen wahren Giganten verloren – und eines seiner größten Geschenke an die Welt.
„Ein wahrer Gentleman“, nennt ihn Regisseur Phillip Noyce, der mit Neill den Thriller „Dead Calm“ drehte. In einer Branche voller großer Egos sei Sam Neill stets bodenständig geblieben. „Sein Wort war sein Vertrag“, erinnerte sich Noyce.
Auch Schauspielerin Magda Szubanski zeigte sich erschüttert. Erst vor Kurzem habe sie mit ihm gesprochen. Neill sei krebsfrei gewesen, voller Lebensfreude und Pläne. Sein Tod komme daher völlig unerwartet. „Er war einzigartig. Talentiert, liebenswert, warmherzig und voller feinem Humor“, sagte sie. Szubanski und Sam Neill spielten gemeinsam in dem australischen Sport-Drama „Ride Like a Girl – Ihr größter Traum“ (2019).
Schauspieler David Wenham würdigte seinen Freund mit bewegenden Worten: Abseits seines internationalen Ruhms sei Neill „der freundlichste, großzügigste und unterstützendste Freund gewesen, den man sich wünschen konnte“.
„Seine Filme werden noch lange nach uns allen geliebt werden“
Auch die politische Führung Australiens und Neuseelands verneigte sich vor dem Schauspieler.
Neuseelands Premierminister Christopher Luxon erinnerte daran, dass Neill seine Karriere begann, als die Filmindustrie des Landes kaum existierte. Über Jahrzehnte habe er neuseeländische Geschichten in die Welt getragen und damit eine ganze Generation von Filmschaffenden inspiriert. „Seine Arbeit wird noch lange nach uns allen gesehen und geliebt werden“, erklärte Luxon.
Australiens Premierminister Anthony Albanese schrieb, Neill habe sich einen festen Platz in den Herzen der Menschen erobert. Mit Würde, Humor und großer Stärke habe er auch seine Krankheit getragen. „Er wird schmerzlich vermisst und lange in Erinnerung bleiben.“
Ein Star, der andere groß machte
Besonders bewegend sind die Erinnerungen jener Menschen, die mit ihm arbeiten durften.
Regisseur Toa Fraser erzählte, Sam Neill habe junge Talente von Anfang an gefördert und unterstützt. „Er hat mein Leben verändert – durch sein Vorbild und durch seine Taten“, sagte Fraser.
Schauspieler Joel Tobeck schrieb auf Instagram: „Dieser Mann gab mir das Gefühl, fliegen zu können.“ Selbst in Momenten voller Unsicherheit habe Neill anderen Mut gemacht. „Sam Neill, ein wahrer Gentleman.“
Auch Schauspielerin Alice Evans erinnerte sich daran, wie fürsorglich und unterstützend der Hollywood-Star in schwierigen Lebensphasen gewesen sei.
Mehr als ein Schauspieler
Neben seiner Karriere vor der Kamera engagierte sich Neill leidenschaftlich für den Umwelt- und Naturschutz. Er setzte sich für den Erhalt bedrohter Arten ein, unterstützte Naturschutzprojekte und kämpfte gegen umstrittene Bergbauvorhaben in Neuseeland.
Die neuseeländische Naturschutzbehörde bezeichnete ihn nach seinem Tod als „legendären Kiwi“ und als „leidenschaftlichen Kämpfer für die Natur“.
Das Vermächtnis eines besonderen Menschen
Vielleicht beschreibt kein Zitat Sam Neill besser als eine kleine Botschaft, die er vor Jahren selbst veröffentlichte. Damals postete er ein Video, in dem er seine Ente Charlie liebevoll im Arm hielt.
Dazu schrieb er:
„Wenn die Welt kurz davor scheint, aus den Fugen zu geraten, wenn Führer dich mit Verzweiflung erfüllen, wenn alles düster und trostlos wirkt und Liebe viel zu selten erscheint – kuschel ein Entchen. Es funktioniert.“
Typisch Sam Neill: voller Wärme, voller Humor und voller Menschlichkeit.
Genau so wird ihn die Welt in Erinnerung behalten. Nicht nur als Dr. Alan Grant aus „Jurassic Park“. Sondern als einen Menschen, der anderen das Gefühl gab, gesehen, geschätzt und verstanden zu werden. Und das ist vielleicht das größte Vermächtnis, das ein Star hinterlassen kann.
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