Frühe Hilfe wichtig

Lernstörungen: 60 Kinder warten auf Therapieplatz

Tirol
13.07.2026 12:00

Das Zentrum für Lernen und Lernstörungen der Privatuni UMIT in Hall in Tirol stößt an seine Grenzen. Und das, obwohl die Zahl der Plätze und die Ausbildung über die Jahre massiv erweitert wurde. Aber der Bedarf an Hilfe für Kinder und Jugendliche ist riesig. 

Teilleistungsschwächen wie Legasthenie (Lese-Schreib-Schwäche) und Dyskalkulie (Rechenschwäche) sind keine Seltenheit. Nach internationalen Studien sind etwa fünf bis acht Prozent der Kinder von einer Lese-Rechtschreibstörung und drei bis sieben Prozent von einer Rechenstörung betroffen.

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Ohne gezielte pädagogische Unterstützung können sich die Auswirkungen langfristig bemerkbar machen.

Christina Kraut, Leiterin Zentrum für Lernen und Lernstörungen

Frühe Hilfe wichtig, um Lernfrust zu verhindern
Kinder sollten idealerweise früh lernen, damit umzugehen. Im Zentrum für Lernen und Lernstörungen der Privatuni UMIT in Hall werden betroffene Mädchen und Buben unter fachkundiger Leitung dabei unterstützt. „Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 hat sich die Einrichtung zu einem einzigartigen Kompetenzzentrum entwickelt. Hier werden Beratung, Diagnostik und Therapie sowie Forschung und die Ausbildung künftiger Fachkräfte erfolgreich miteinander verknüpft“, erklärt UMIT-Rektorin Margit Raich.

Ein Teil des Teams im Zentrum für Lernen und Lernstörungen mit UMIT-Rektorin Margit Raich ...
Ein Teil des Teams im Zentrum für Lernen und Lernstörungen mit UMIT-Rektorin Margit Raich (Mitte).(Bild: UMIT)

Zahl der Plätze verdoppelt, weiterer Standort in Lienz
Aktuell stehen am Standort in Hall rund 60 Therapieplätze für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. „Obwohl wir die Zahl der Plätze in den vergangenen Jahren von rund 30 auf 60 verdoppelt und am Standort Lienz weitere 26 Plätze geschaffen haben, können wir den Bedarf an Förderungen nicht decken. Die Warteliste wird nicht kürzer“, berichtet Zentrums-Leiterin Christina Kraut. Derzeit warten rund 60 Kinder auf einen Therapieplatz.

Kraut warnt vor den Folgen: „Ohne gezielte pädagogische Unterstützung können sich die Auswirkungen einer Teilleistungsstörung auf Bildungswege und Lebensqualität langfristig bemerkbar machen.“ Zu diesem und anderen Themen rund um Lernstörungen wird an der UMIT geforscht. Ziel sei es, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Förderung von Kindern und Jugendlichen einfließen zu lassen.

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