Die Tiroler Familien-Landesrätin Astrid Mair (ÖVP) wagt einen Vorstoß für alleinstehende Frauen und will auch die Bundesregierung dafür gewinnen. Geht es nach Mair, sollen Reisen dafür ins Ausland bald der Vergangenheit angehören.
Diese Woche ließ Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) damit aufhorchen, dass sie bei der künstlichen Befruchtung Altersgrenzen einführen möchte. „Die aktuelle Diskussion über eine Altersgrenze für das Einsetzen von Eizellen zeigt einmal mehr, dass die Fortpflanzungsmedizin in Österreich Reformbedarf hat. So wichtig klare medizinische Rahmenbedingungen sind, darf man dabei eine grundlegende Frage nicht länger ausblenden: Warum wird alleinstehenden Frauen nach wie vor die Möglichkeit verwehrt, ihren Kinderwunsch in Österreich mit medizinischer Unterstützung zu verwirklichen?“, fragt sich die zuständige Tiroler Landesrätin Astrid Mair von der ÖVP.
Ich halte es für nicht mehr zeitgemäß, dass alleinstehende Frauen gezwungen sind, für eine künstliche Befruchtung ins Ausland zu reisen.

LR Astrid Mair (ÖVP)
Bild: Johanna Birbaumer
„Alleinstehende Frauen nicht benachteiligen“
Als Familienlandesrätin ist ihr nämlich eines ganz besonders wichtig: Familie beginnt mit Verantwortung und Liebe – nicht mit dem Beziehungsstatus. „Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Es gibt viele unterschiedliche Familienformen, und sie alle verdienen Respekt und Anerkennung. Ich halte es für nicht mehr zeitgemäß, dass alleinstehende Frauen gezwungen sind, für eine künstliche Befruchtung ins Ausland zu reisen, während Paaren diese Möglichkeit in Österreich offensteht“, sagt Mair zur „Krone“. Wer es sich finanziell leisten kann, fährt nach Deutschland oder Dänemark. Wer diese Mittel nicht hat, bleibt außen vor. Das schaffe Ungleichheit und benachteilige Frauen allein aufgrund ihres Familienstandes.“
Natürlich braucht es klare medizinische und ethische Grenzen, etwa beim Schutz von Mutter und Kind oder einer verantwortungsvollen Altersgrenze für Behandlungen

LR Astrid Mair (ÖVP)
Bild: Johanna Birbaumer
„Staat muss sich nicht überall einmischen“
Gerade in einer Zeit, in der Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und moderne Lebensentwürfe gepredigt werden, sollte der Staat Frauen zutrauen, eigenverantwortlich über ihren Kinderwunsch zu entscheiden. Es dürfe nicht Aufgabe der Politik sein, vorzuschreiben, welche Familienform als die „richtige“ gilt. Hinzu kommt die sinkende Geburtenrate.
„Natürlich braucht es klare medizinische und ethische Grenzen – etwa beim Schutz von Mutter und Kind oder bei einer verantwortungsvollen Altersgrenze für Behandlungen. Doch diese Diskussion darf aber keinesfalls dazu führen, dass wir weiterhin Frauen diskriminieren, die ohne Partner eine Familie gründen möchten“, stellt LR Mair unmissverständlich klar.
Frauen mit Kinderwunsch sollen die Möglichkeit haben, sich auch in Österreich medizinisch unterstützen zu lassen.

LR Astrid Mair (ÖVP)
Bild: Johanna Birbaumer
Andere Länder in Europa erlauben das sehr wohl
Andere europäische Länder zeigen längst, dass ein verantwortungsvoller Zugang zur künstlichen Befruchtung für alleinstehende Frauen möglich ist. Österreich sollte diesen Schritt ebenfalls gehen.
Das Ziel der Tiroler Familien-Landesrätin ist daher glasklar: „Frauen mit Kinderwunsch sollen die Möglichkeit haben, sich auch in Österreich medizinisch unterstützen zu lassen – unabhängig davon, ob sie verheiratet sind, in einer Partnerschaft leben oder alleinstehend sind. Familienpolitik muss die Lebensrealitäten der Menschen widerspiegeln und darf niemanden aufgrund seines Familienstandes ausschließen.“
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