Nach der Schule beginnt für viele ein neues Kapitel. Tirols WK-Fachkräftekoordinator und „Krone“-Kolumnist David Narr erklärt, dass es dabei viel mehr braucht, als nur eine einfache Entscheidung.
Am Freitag war Schulschluss. Für viele heißt das zuerst einmal: durchatmen, Sommer, Ferien. Nach einem langen Schuljahr ist das auch verdient.
Für manche Jugendliche bedeutet der Schulschluss aber noch mehr. Er ist ein Moment, in dem eine neue Zeit beginnt. Eine Zeit, in der wichtige Weichen gestellt werden. Oft liegt ein Gedanke nahe: Einfach weitermachen wie bisher. Noch ein Schuljahr, noch ein Abschluss, vielleicht später Matura oder Studium. Für viele junge Menschen ist das genau der richtige Weg. Aber eben nicht für alle. Nicht jeder Mensch blüht auf der Schulbank auf. Nicht jeder entdeckt seine Stärken in Referaten und Schularbeiten. Manche brauchen Praxis. Manche wollen anpacken, ausprobieren, mit den Händen arbeiten und am Ende des Tages sehen, was sie geschafft haben.
Entscheidend ist nicht, welcher Weg auf dem Papier schöner klingt. Entscheidend ist, welcher Weg zu einem jungen Menschen passt.
David Narr
Entscheidend ist Weg, der zu Menschen passt
Viele Wege führen nach Rom, sagt ein altes Sprichwort. Das gilt auch für Erfolg. Manche Wege führen über die Matura, manche über ein Studium, andere über eine Fachberufslehre. Entscheidend ist nicht, welcher Weg auf dem Papier schöner klingt. Entscheidend ist, welcher Weg zu einem jungen Menschen passt.
Genau deshalb braucht es vor jeder Entscheidung einen ehrlichen Blick auf die eigenen Stärken. Was interessiert mich? Wo bin ich gut? Arbeite ich lieber theoretisch oder praktisch? Bin ich ein Kopfwerker, ein Handwerker – oder beides? Solche Fragen sollte man ohne Vorurteile stellen. Dabei helfen Fachleute in der Berufsorientierung und fundierte Testungen, etwa durch das Bildungsconsulting der Wirtschaftskammer Tirol. Denn je besser Jugendliche ihre Talente kennen, desto klarer wird der nächste Schritt.
Wenn die persönlichen Voraussetzungen passen, hat die Lehre viel zu bieten. Sie ist Lernen durch Tun. Aus Interesse wird Schritt für Schritt Kompetenz. Jugendliche stehen nicht jahrelang nur vor der Frage, was später einmal sein könnte, sondern sind vom ersten Tag an Teil des Berufslebens. Sie verdienen eigenes Geld, übernehmen Verantwortung, wachsen in ein Team hinein und lernen einen Beruf von Grund auf.
Dazu kommen ausgezeichnete Zukunftschancen. Fachkräfte werden in Tirol dringend gebraucht. In vielen Branchen suchen Betriebe junge Menschen, die motiviert sind, anpacken wollen und bereit sind, dazuzulernen. Und die Lehre endet nicht mit der Abschlussprüfung. Danach stehen viele Türen offen: Weiterbildung, Spezialisierung, Meisterprüfung, Selbstständigkeit oder auch Matura. Die Fachberufslehre ist ein moderner Bildungsweg mit großen Karrierechancen. Die Ausbildungsbetriebe vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern auch Verlässlichkeit, Teamarbeit und Verantwortung.
Das führt zur guten Nachricht zum Schluss: Wenn eine Schullaufbahn zu Ende geht oder nicht mehr passt, schließen sich nicht einfach Türen. Es öffnen sich neue. Die duale Ausbildung ist für viele der direkte Weg in ein selbstständiges Leben – und der Start in eine Karriere als gefragte Fachkraft.
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