Mit einem Comic im Schaufenster machen die Archäologen des Universalmuseums Joanneum die Geschichte eines Fundstücks in Flavia Solva nachvollziehbar. Unter dem Titel „Geschenk des Kaisers“ ist sie bis Sommer 2027 zu sehen.
Die Entdeckung des Mosaiks aus der Römerzeit ist im weitesten Sinn Kaiser Franz Joseph I. zu verdanken. Er förderte die Ausgrabung im südsteirischen Flavia Solva und ermöglichte somit Kustos Friedrich Pichler im Jahr 1877 den sensationellen Fund.
Um das Mosaik zu retten, musste es aber zerteilt und eingelagert werden. Der Kaiser schenkte es daraufhin der Universität Graz, wo es trotz der kaiserlichen Auflage, es im Hauptgebäude zu zeigen, erst einmal im Keller des Chemie-Instituts verschwand.
Kampf um eine angemessene Präsentation
Pichler kämpfte verbissen für eine ordentliche Präsentation seines Fundes, schrieb zwischen 1897 und 1904 zwölfmal an die Verantwortlichen und wurde ebenso oft ignoriert. 1920 schließlich musste das Mosaik aus Platzmangel aus dem Keller weichen und fand eine Zwischenheimat im Alten Lapidarium in der Raubergasse. Bei der Übersiedlung 1965 nach Eggenberg ging es jedoch wieder „verloren“.
Wiederentdeckung und würdiger Platz
Erst Ende der 1980er-Jahre stieß Historiker Walter Höflechner auf Pichlers Briefe, und man erinnerte sich wieder an das Mosaik. Seit seiner umfangreichen Restaurierung wird es nun endlich im Hauptgebäude der Universität gezeigt.
Die wechselvolle Geschichte des Mosaiks wird jetzt in Flavia Solva im „Schaufenster in die Römerzeit“ mit einem von Julia Leitinger gestalteten Comic informativ und kurzweilig erzählt.
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