„Krone“-Kommentar

ÖGK-Kahlschlag: Es ist an der Zeit, aufzubegehren!

Tirol
10.07.2026 11:12

Die ÖGK-Servicestellen in Kufstein, Telfs, Imst und Zell am Ziller in Tirol stehen angeblich vor dem Aus. Der Aufschrei ist groß. Ein Kommentar von Claus Meinert, Chefredakteur der „Tiroler Krone“.

Langsam, aber sicher, geht es sich nicht einmal mehr auf einer riesigen Kuhhaut aus, was einem als bravem Steuerzahler so zugemutet wird. Von all den Teuerungen einmal abgesehen, die man Monat für Monat zu stemmen hat, brummt einem der Staat immer mehr Bürokratie auf und bietet im Gegenzug immer weniger Dienstleistung.

(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Da kein Postamt mehr, dort das Bezirksgericht weg und nun sollen auch vier von elf Außenstellen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Tirol geschlossen werden. Was folgt als nächster Streich?

Eigene Erfahrungen zeigen, dass man zwar im Zuge der vom Gehalt abgezweigten Krankenversicherungsbeiträge brav zur Kasse gebeten wird, die ÖGK-Leistungen aber immer geringer ausfallen. Erhält man dann einen Kostenersatz, kann man manchmal nur mehr darüber staunen, wie gering dieser ist.

Es sei in diesem Zusammenhang an 2018 erinnert. Damals kam es unter der schwarz-blauen Regierung zur Fusion der Gebietskrankenkassen, verbunden mit dem Versprechen, dass dies durch Einsparungen in der Verwaltung eine Milliarde Euro bringt. Die „Patientenmilliarde“ wurde geboren. Wo diese versickert ist, ist nur schwer zu erahnen. Möglicherweise irgendwo östlich von Tirol. Bei den Patienten kam sie jedenfalls nie an. Und die Kassen schreiben munter Hunderte Millionen Defizit pro Jahr.

Es ist wohl an der Zeit, dass die Menschen aufbegehren, da die Politik augenscheinlich keine anderen Signale mehr versteht.

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