Hiobsbotschaft für die Tiroler Bevölkerung! Hierzulande sollen ebenfalls zeitnah ÖGK-Servicestellen aufgelassen werden – und zwar offenbar vier (!) von insgesamt elf. Widerstand bäumt sich auf – vonseiten der Arbeiterkammer, aber auch aus den eigenen Reihen.
Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) plant – wie die „Krone“ berichtete – den nächsten Einsparungshammer: Bundesweit sollen die Servicestellen drastisch reduziert werden! Das betrifft, wie nun bekannt wurde, auch das Bundesland Tirol. Hier sollen von insgesamt elf Servicestellen vier (!) eingestampft werden – und zwar angeblich jene in Imst, Telfs, Zell am Ziller und Kufstein. Erhalten bleiben sollen hingegen jene in Innsbruck, Kitzbühel, Landeck, Lienz, Reutte, Schwaz und Wörgl.
„Das lassen wir uns nicht gefallen“
„Wir haben davon zunächst absolut nichts gewusst“, ärgert sich Werner Salzburger, Vorsitzender des Landesstellenausschusses der ÖGK in Tirol, im Gespräch mit der „Tiroler Krone“, „das lassen wir uns nicht gefallen, wir sprechen uns klar gegen diese Pläne aus und werden dagegen vorgehen. Und für die Zukunft fordern wir eine generelle Absprache über derartige Punkte – und zwar bereits im Vorfeld.“
Das lassen wir uns nicht gefallen, wir sprechen uns klar gegen diese Pläne aus und werden dagegen vorgehen.

Werner Salzburger
Bild: Christof Birbaumer
Widerstand auch seitens der AK Tirol
Auch Erwin Zangerl, Präsident der Arbeiterkammer Tirol (AK), spricht Klartext: „Diese Pläne sind ein weiterer Schlag ins Gesicht der Versicherten, die durch den Zentralisierungswahn der ÖGK-Verantwortlichen einmal mehr um regionale Ansprechpartner und angemessene Servicequalität bangen müssen.“
Dieser Schritt muss von den Verantwortlichen noch einmal überdacht werden.

Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl
Bild: Christof Birbaumer
Durch die Kassenfusion seien Mehrkosten verursacht worden. Die „missglückte Zentralisierung“ habe nicht nur die versprochene Patientenmilliarde „nie liefern können“, sie sei ein „finanzielles Desaster“, habe die Krisen im Gesundheitssystem „verschärft“ und obendrein „haben die Versicherten bereits ihre Landesstellen verloren“. Zangerl weiter: „Nun noch weitere Einsparungsmaßnahmen zulasten der regionalen Servicestellen zu forcieren, kann nicht die Antwort auf die zahlreichen, tiefgreifenden Probleme der ÖGK und des österreichischen Gesundheitssystems sein!“
„Schritt muss überdacht werden“
Der Tiroler AK-Präsident stellt eine klare Forderung: „Die Versicherten brauchen Antworten darauf, wie die Versorgung im ländlichen Raum gesichert werden kann. Die Schließung regionaler Service- sowie Beratungsstellen kann darauf nicht die Antwort sein und muss von den Verantwortlichen noch einmal überdacht werden!“
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