Beim deutschen Autobauer Volkswagen (VW) werden die Pläne für Werksschließungen immer konkreter. Laut einem Bericht sollen bis 2034 vier Produktionsstätten geschlossen werden – in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm. 50.000 bis 100.000 Jobs dürften demnach wackeln.
Die Zeitung „Spiegel“ berichtete von 50.000 gefährdeten Jobs bis 2030. Laut dem „Manager Magazin“ sind es gar bis zu 100.000. Die Kernmarke könnte gar ausgegliedert werden, um das VW-Gesetz zu umgehen, hieß es. Insiderinnen und Insider sagten, dass Konzernchef Oliver Blume den Plan den eigenen Führungskräften bereits zur Unterschrift vorgelegt hätte.
Eine Zustimmung in der Sitzung am heutigen Donnerstag gilt jedoch als äußerst unsicher. Im Kontrollgremium herrscht nach dem Rückzug von Ex-Renk-Chefin Susanne Wiegand ein Patt. Die Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo wertete die Pläne als „unverantwortliche Drohung“ und kündigte massiven Widerstand an.
Das soll konkret geplant sein
Der Vorstand und Aufsichtsrat sagten, die Sorgen der Beschäftigten zu teilen, der Konzern müsse aber robuster und wettbewerbsfähiger werden. Laut dem „Spiegel“-Bericht soll die Produktion in den Werken in Zwickau (Sachsen) und Emden (Niedersachsen) in fünf Jahren auslaufen. Das Magazin bezieht sich dabei auf Aufsichtsratskreise. 2032 soll dann das Aus in Hannover (Niedersachsen) folgen, 2034 das Fahrzeugwerk in Neckarsulm (Baden-Württemberg). In den vier Fabriken arbeiten insgesamt ungefähr 40.000 Menschen.
Blume soll planen, die dortigen Modelle künftig in günstigeren osteuropäischen Werken zu bauen. Für die deutschen Standorte werden laut Insiderinnen und Insidern andere Zwecke gesucht, etwa ein Verkauf an Rüstungsunternehmen oder die Fertigung von in China entwickelten Autos. „Wir werden Überkapazitäten abbauen müssen“, sagte ein VW-Sprecher vor der Aufsichtsratssitzung am Donnerstagnachmittag.
Volkswagen hatte schon Ende 2024 den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland und das Ende der Autofertigung in Osnabrück und Dresden angekündigt. Seither hat sich die Krise weiter verschärft.
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