Musste Urin trinken

Paar überlebt sechs Tage in Wildnis der Dolomiten

Ausland
08.07.2026 14:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Paar hat sich beim Wandern in den Dolomiten verlaufen und musste sechs Tage um sein Überleben kämpfen. Nach ihrer Rettung schilderten die beiden die Tortur: Um nicht zu verdursten, mussten Davide Cesaroni und Chiara Pesaresi sogar ihren eigenen Urin trinken. 

Der 41-Jährige und die 38-Jährige waren am 1. Juli in der Nähe von Pordenone aufgebrochen und wollten zu der Padua-Hütte und wieder zurück gehen. Doch der Tagesausflug sollte für die beiden Italiener zu einem tagelangen Überlebenskampf werden. 

Ein Bild des Paares, das sich in den Dolomiten verirrte:

Wanderer standen plötzlich vor „unpassierbarer Schlucht“
Nachdem das Ehepaar die Hütte erreicht und sich auf den Rückweg gemacht hatte, kam es von dem Pfad ab. Im dichten Kieferwald verloren sie vollkommen die Orientierung – das Gelände ist abgelegen und felsig. „Auf der einen Seite tat sich eine unpassierbare Schlucht auf“, erklärten die Überlebenden. So beschlossen sie, sich im Wald eine Schlafstätte einzurichten. 

„Wir bauten uns einen Unterstand aus zwei dicht belaubten Kiefern. Rundherum wurden Stöcke gesteckt, die den Unterstand wie ein Iglu gegen Feuchtigkeit, Wind und Kälte schützten“, schilderten die beiden gegenüber „Il Resto del Carlino“. Am zweiten Tag stießen sie auf einen Bach – ohne diese Entdeckung hätten sie wohl nicht überlebt. „Bis dahin hatten wir unseren eigenen Urin getrunken, um nicht zu verdursten“, so Cesaroni. Sie aßen Beeren, die im Wald wuchsen. 

Die Bergrettung veröffentlichte Bilder von der Stelle, wo das Paar gefunden wurde: 

Retter konnten Vermisste zunächst im dichten Wald nicht entdecken
Die Mutter des Wanderers hatte die beiden inzwischen als vermisst gemeldet, als sie ihren Sohn nicht erreichen konnte. Die Bergrettung und die Feuerwehr starteten eine Suchaktion. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz – die Vermissten hörten das Geräusch des Fluggeräts, die Helfer konnten die beiden im dichten Wald jedoch zunächst nicht entdecken.

„Ich hatte jedoch beobachtet, dass der Hubschrauber nicht weit entfernt in einer Schlucht landete, wo wir viel besser zu sehen gewesen wären. Also beschloss ich, am nächsten Tag beim ersten Geräusch der Rotoren dorthin zu eilen“, so der Überlebende. Nach sechs Tagen in der Wildnis konnten die beiden schließlich gerettet werden.

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