Prozess in Berlin

15-facher Mord: Lebenslange Haft für Palliativarzt

Ausland
08.07.2026 14:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Berlin ist am Mittwoch ein Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte außerdem eine „besondere Schwere der Schuld“ fest und ordnete die anschließende Sicherheitsverwahrung des 41-Jährigen an.

Damit verhängte das Landgericht Berlin die mögliche Höchststrafe in Deutschland. Das Gericht zeigte sich nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Mediziner zwölf Frauen und drei Männer bei Hausbesuchen getötet hatte.

Der Prozess hatte sich über rund ein Jahr gezogen. Der 41-Jährige gab zwölf der 15 Tötungen zu: „Ich bin erst jetzt in der Lage, mein Handeln zu erklären und übernehme die Verantwortung für meine Taten“, sagte der Angeklagte.

„Ich entschuldige mich für das viele Leid, das ich über sie gebracht habe“, sagte er an Angehörige sowie seine Familie und Kollegen gerichtet. Er wurde Anfang August 2024 verhaftet.

Abgehörte Telefonate
Im Prozess waren vor einigen Wochen abgehörte Telefonate abgespielt worden, die der Arzt aus dem Gefängnis heraus mit seiner Ehefrau geführt hatte. In diesen hatte er bereits Tötungen zugegeben – er habe aber nicht gemordet, so der Angeklagte zu seiner Frau. Er beschrieb ihr gegenüber sein Vorgehen als ein „moralisches Handeln mit den falschen Mitteln“.

Er habe sich eingeredet, das Richtige zu tun und Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen. „Nach jeder Tat dachte ich: Das muss aufhören“, sagte der Angeklagte. Er habe sich für sein Handeln gehasst.

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