Wissenschaftlicher Erfolg für das Zentralinstitut für Bluttransfusion der Tirol Kliniken im Bereich der Thrombozytenkonzentrate: Ein intern entwickelter Computer-Algorithmus steigert die Herstellung von Thrombozyten und sorgt für eine größere Gleichwertigkeit in den Konzentraten – bei unveränderter Menge an Bluttransfusionen. Dadurch könnten mehr Patienten versorgt und der sorgsame Umgang mit Blut verstärkt werden.
Jede Person verfügt von Natur aus über unterschiedliche Blutwerte. Um Thrombozytenkonzentrate aus Vollblutspenden herzustellen, bedarf es einer Kombination aus sechs Spenden. Diese wurden bis zum vergangenen Jahr noch zufällig ausgewählt. Dadurch ergaben sich unterschiedliche Ausbeuten mit unterschiedlich hoher Thrombozyten-Anzahl.
Intern entwickelter Computer-Algorithmus
Seit März 2025 wird im Zuge der Blutspende ein kleines Blutbild erstellt. Der neue Algorithmus, der vom Team der Blutbank der Tirol Kliniken entwickelt wurde, erstellt basierend auf den gewonnenen Daten eine Liste für die bestmögliche Zusammenführung der Blutspenden für die Thrombozytenherstellung. Dadurch können Schwankungen hinsichtlich der Thrombozyten-Anzahl in den produzierten Konzentraten vermieden werden.
Wir benötigen für dieselbe Menge an Thrombozytenkonzentraten weniger Spenden und gehen mit einer knappen, wertvollen Ressource deutlich sorgsamer um.
Marco Amato, Herstellungsleiter an der Innsbrucker Blutbank
„Alle Produkte werden somit möglichst gleichwertig und mit möglichst hoher Ausbeute hergestellt“, erklärt Anita Siller, pharmazeutische Leiterin am Zentralinstitut für Bluttransfusion.
„Wir benötigen für dieselbe Menge an Thrombozytenkonzentraten weniger Spenden und gehen mit einer knappen, wertvollen Ressource deutlich sorgsamer um. Dies ist besonders relevant, da Thrombozytenkonzentrate nur sieben Tage haltbar sind“, führte zudem Marco Amato, Herstellungsleiter an der Innsbrucker Blutbank, weiter aus.
Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, stoppen Blutungen. Sie sind daher für krebskranke Menschen mit Chemotherapie wichtig. In Tirol werden jährlich rund 5500 Präparate benötigt.
Auszeichnung für einzigartiges Verfahren
Die zu dem neuen Verfahren veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit wurde heuer übrigens mit dem Erwin-Domanig-Preis prämiert. Die Auszeichnung erfolgte durch die Österreichische Gesellschaft für Blutgruppenserologie, Transfusionsmedizin, Regenerative Medizin und Immungenetik (ÖGBT), die den Preis nur alle zwei Jahre vergibt.
„Dass an den Tirol Kliniken Forschung auf diesem Niveau betrieben und dafür eine der angesehensten Auszeichnungen der österreichischen Transfusionsmedizin nach Tirol geholt wird, freut mich außerordentlich“, hob Gesundheits- und Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) die Bedeutung des Projektes für das Land Tirol hervor.
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