Kriterien angepasst

Mehr Menschen in Tirol können jetzt Leben retten

Tirol
29.06.2026 16:00

Die anhaltende Hitze wirkt sich auch auf die Bestände an Blutkonserven aus, die nach wie vor auf einem niedrigen Niveau sind. Doch dank der aktuellen Anpassungen der Kriterien wird die Blutspende nun einfacher.

Die Änderungen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und gewährleisten weiterhin höchste Sicherheitsstandards für Spender und Empfänger von Blutprodukten“, erklärt Manfred Gaber, Leiter des Blutspendedienstes beim Roten Kreuz Tirol. Eine wesentliche Neuerung betrifft dabei Menschen, die sich zwischen den Jahren 1980 und 1996 länger als sechs Monate in Großbritannien oder Nordirland aufgehalten oder dort Blutprodukte erhalten haben. „Diese Menschen waren bislang aufgrund einer möglichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, der menschlichen Form des ,Rinderwahnsinns’, dauerhaft von Blutspende ausgeschlossen. Diese Regelung wurde nun aufgehoben, eine Blutspende ist uneingeschränkt möglich“, schildert Gaber.

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Bisher mussten Menschen nach einem Zeckenbiss acht Wochen warten, bis sie wieder Blut spenden durften. Das wurde nun auf vier Wochen verkürzt.

Manfred Gaber, Leiter des Blutspendedienstes beim Roten Kreuz Tirol

Zudem haben sich die sogenannten Rückstellfristen – also bis man wieder zur Blutspende zugelassen ist – in einigen Bereichen verkürzt, etwa nach einem Zeckenbiss. „Bisher mussten Menschen nach einem solchen acht Wochen warten, bis sie wieder Blut spenden durften. Das wurde nun auf vier Wochen verkürzt – vorausgesetzt, es sind nach dem Zeckenbiss keine Beschwerden oder Hautrötungen rund um die Einstichstelle aufgetreten.“

Eine Verkürzung der Wartezeit gibt es, wie der Leiter bekannt gibt, nun auch nach Zahnwurzelbehandlungen oder Wurzelfüllungen. Hier ist die Blutspende nunmehr nach einer Woche wieder möglich, sofern die Wunde gut verheilt ist. Bisher mussten Spender einen Monat warten.

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Sind Erkrankungen und Antibiotikabehandlung abgeschlossen, kann man zwei Wochen nach der Genesung wieder Blut spenden.

Manfred Gaber, Leiter des Blutspendedienstes beim Roten Kreuz Tirol

Und auch die Rückstellfrist nach gewöhnlichen Infekten wie Mandel-, Nasennebenhöhlen-, Blasen- oder Bindehautentzündungen sowie nach Bronchitis verkürzt sich ab sofort. „Sind Erkrankungen und Antibiotikabehandlung abgeschlossen, kann man zwei Wochen nach der Genesung wieder Blut spenden. Bisher betrug die Wartezeit insgesamt vier Wochen“, klärt Gaber auf.

Daten und Fakten

All jene, die Fragen zur Blutspende, Rückstellfristen oder möglichen Ausschlusskriterien haben, können sich kostenlos unter 0800 190 190 informieren. Die endgültige Entscheidung über die Spendentauglichkeit trifft immer das medizinische Fachpersonal, das bei der Blutspende vor Ort ist. Alle Termine gibt es hier: www.blut.at

„Hitze stellt keine Gefahr für Blutspender dar“
Diese Anpassungen sind vor allem während der derzeitigen Hitzewelle im gesamten Land notwendig, denn der Bestand an Blutkonserven ist niedrig. „Nach einem Tag am See oder in den Bergen lässt sich die Blutspende am Weg nach Hause ,mitnehmen’, denn Hitze stellt keine Gefahr für Blutspender dar“, so Gaber.

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