Um die große Bisonherde in der Südoststeiermark gab es schon viel Wirbel, jetzt wurde die Reduktion angeordnet – müssen Tausende Kilo wertvolles Fleisch nun wie Müll entsorgt werden?
Zuletzt waren die Bisons in den Nachrichten, weil zwei davon ausgerissen waren und durch Weingärten der Umgebung in Straden spazierten – eines konnte eingefangen, das andere musste von einem Jäger erschossen werden. Aber was sich hier grundsätzlich abspielt, schreit tierschutzrechtlich seit Langem zum Himmel.
Der ursprüngliche Plan aus dem 2010er-Jahr war, dass eine überschaubare Zahl an Bisons gehalten, zeitgerecht geschlachtet, das Fleisch verkauft wird – doch der Plan scheiterte aus diversen Gründen. Und die Herde wuchs auf 100 Stück an! Die Blauzungenkrankheit raffte im Vorjahr 30 dahin – aber immer noch sind es gut 70 Stück. Wie viele ganz exakt, weiß niemand – sogar aus der Luft per Drohne hatte man versucht, den Bestand zu erfassen.
Sogar tote Tiere wegen Revierkämpfen
Grundsätzlich muss man dazu wissen: In der freien Wildbahn hat ein dominanter Bulle das Sagen – hier müssen mittlerweile schon geschätzt 20 geschlechtsreife Bullen miteinander leben, ohne die Chance, ausweichen oder flüchten zu können. Heftige Kämpfe sind leider nicht selten. „Schwerste Verletzungen und sogar tote Tiere sind die Folge – so geht das nicht weiter“, so Veterinärjurist Markus Scharler von der Bezirkshauptmannschaft Süd-Oststeiermark.
Anzeigen gab es schon, jetzt griff die Behörde durch: Der Geschäftsführer der Bison-Anlage müsse nun selbst auf rund 50 Tiere reduzieren – oder die Behörde beauftragt jemanden mit dem Abschuss.
Wertvolles Lebensmittel wie Müll entsorgt?
In zweiterem Fall würde das wertvolle Lebensmittel Fleisch einfach als „Müll“ in der Tierkadaververwertung entsorgt. Tausende Kilo – nicht nur moralisch höchst verwerflich. Das widerstrebt auch der Bezirkshauptmannschaft, „aber rechtlich gibt es keine andere Möglichkeit“, sagt Scharler, „weil wir ja nichts verkaufen dürfen“.
Alternativ müsse der Halter die Herde reduzieren – der aber sagt, dazu fehle ihm das Geld. Er zeichnet aber ein Horrorszenario: „Wenn hier Wildfremde herumschießen und die Tiere in Panik ausbrechen, ist das brandgefährlich.“ Wir bleiben dran!
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