Infantino gnadenlos

Beschwerde „unzulässig“! FIFA demütigt Belgien

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Von krone.at

Die amerikanische Fußball-Nationalmannschaft kann im WM-Achtelfinale gegen Belgien mit ihrem Star Folarin Balogun auflaufen. Nachdem der Weltverband überraschend die Rot-Sperre des Stürmers auf Bewährung ausgesetzt hatte, erklärte die FIFA nun eine Beschwerde des belgischen Verbands dagegen für „unzulässig“. US-Präsident Donald Trump gibt unterdessen zu, um eine „Überprüfung” bei FIFA-Präsident Gianni Infantino bezüglich einer Aufhebung der Rot-Sperre gebeten zu haben. 

Der Antrag der Belgier wurde mit der Begründung für „unzulässig“ erklärt, dass der belgische Verband „nicht Verfahrenspartei sei und somit keine Beschwerdebefugnis gegen die Entscheidung besitze“, hieß es in der Entscheidung von der FIFA. Grund dafür ist offenbar, dass die Rote Karte aus einer Begegnung stammt, an der Belgien nicht beteiligt war.

Davor hatte der belgische Verband (RBFA) der FIFA schwere Vorwürfe gemacht und verlangt, eine Kopie der Entscheidung sowie eine Erläuterung des angewandten Verfahrens zu bekommen.

US-Star Folarin Balogun darf gegen Belgien spielen.
US-Star Folarin Balogun darf gegen Belgien spielen.(Bild: EPA/BENJAMIN FANJOY)

Als einzige Reaktion habe der RBFA ein Schreiben der FIFA erhalten, in dem sie erklärte, die Korrespondenz als Berufung zu werten. Zudem teilte der Weltverband den Angaben nach mit, dass bereits ein Richter bestellt worden sei und dem RBFA nur wenige Stunden blieben, um diese Berufung zu vervollständigen.

“FIFA konstruiert selbst ein Berufungsverfahren “
Nach den eigenen Regularien der FIFA sei eine Berufung aber nur zulässig, wenn dem Berufungsführer zuvor die begründete Entscheidung zugestellt wurde, so der RBFA. „Obwohl der RBFA lediglich berechtigte Erklärungen verlangte, konstruierte die FIFA selbst ein Berufungsverfahren und sorgte zugleich dafür, dass dieses als unzulässig eingestuft werden würde“, hieß es im Statement der Belgier.

Belgischer Verband „zutiefst besorgt“
„Unabhängig vom sportlichen Ausgang dieser Partie ist der RBFA über den Verlauf der Ereignisse zutiefst besorgt“, schrieb der Verband weiter. Der RBFA werde sich „auch in den kommenden Stunden, Tagen und Monaten weiterhin für die grundlegenden Prinzipien von Ethik, fairem Wettbewerb und die Interessen des Fußballs insgesamt einsetzen“. Zuvor hatte „The Athletic“ berichtet, die FIFA habe Belgien das Recht eingeräumt, gegen die Entscheidung vorzugehen. Ein Mitglied des FIFA-Berufungsausschusses, das keinem UEFA- oder CONCACAF-Verband angehört, sollte demnach über den Fall entscheiden.

Balogun hatte im WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners gelandet war, und war zunächst für ein Spiel gesperrt worden. Die FIFA setzte die Sperre später unter Berufung auf Artikel 27 ihres Disziplinarreglements, der die Aussetzung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ermöglicht, für ein Jahr zur Bewährung aus. Damit ist der US-Stürmer nach derzeitigem Stand für das Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt.

UEFA sieht rote Linie überschritten
Ohne auf mögliche Umstände, die zur FIFA-Entscheidung führten, einzugehen, teilte die Europäische Fußball-Union UFEA mit. „Die automatische Spielsperre von einem Spiel nach einer Roten Karte gegen Folarin Balogun für ein Jahr auszusetzen, hat eine rote Linie überschritten.“ Wie andere Sportarten basiere auch der Fußball auf Regeln, die die Grundlage für einen fairen, ehrlichen und transparenten Wettbewerb bilden. „Manchmal sind Regeln Auslegungssache, in diesem Fall aber nicht.“

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Wir zeigen uns fassungslos über diese beispiellose, unbegreifliche und ungerechtfertigte Entscheidung.

Stellungnahme der UEFA

Wenn die Rechtssicherheit von Regeln nicht mehr gewährleistet sei, stehe die Integrität des Spiels auf dem Spiel und die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs werde untergraben. „Zudem schafft diese Entscheidung einen Präzedenzfall im laufenden Turnier, da ähnliche Situationen nun gleichbehandelt werden müssen – zum Nachteil des Wettbewerbs.“ Die UEFA schloss mit dem Satz: „Wir zeigen uns fassungslos über diese beispiellose, unbegreifliche und ungerechtfertigte Entscheidung.“

Trump bestätigte: „Habe FIFA um Überprüfung gebeten“
Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump am Montag bestätigt, die FIFA um eine Aufhebung der Rot-Sperre gebeten zu haben. Trump sagte, er habe FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung ersucht, „weil ich nicht fand, dass es ein Foul war“ und die Entscheidung „unfair“ gewesen sei. Infantino bestätigte am Montagabend ebenfalls das Gespräch und verwies auf die Unabhängigkeit der FIFA-Gremien.

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