Polit-Zeugnis:

Viel Durchschnitt und fast ein Fleck für Regierung

Steiermark
06.07.2026 08:00
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Vorzug ist das keiner! Bei der traditionellen „Krone“-Notenvergabe gab es diesmal fast einen Fünfer. Auch sonst grassierte viel Durchschnitt in der Landesregierung, mit zwei Ausnahmen, die ihre Sache ziemlich gut machten.

Zeugnisvergabe! Nicht nur Zehntausende steirische Schüler holen sich dieser Tage ihre Noten ab – traditionell bewertet auch die „Krone“-Redaktion vor dem Start in die Sommerferien (nach der morgigen Landtagssitzung folgt die nächste erst Ende September) die Leistung der steirischen Landesregierung. Diesmal rauchten bei der „Notenkonferenz“ ziemlich die Köpfe, lagen die Meinungen mitunter deutlich auseinander.

Mario Kunasek: Im Vorjahr noch Klassenbester, muss sich der Landeshauptmann heuer mit einem (guten) Befriedigend zufriedengeben. „Das Kratzbürstige kommt im zweiten Jahr an der Landesspitze da und dort wieder zum Vorschein und hält sich mit dem betont Staatsmännischen mittlerweile die Waage“, heißt es in einer Bewertung. Ein Kollege attestiert ihm dafür, die Rolle des Landesvaters perfekt auszufüllen. Notenschnitt: 2,7

Manuela Khom: Viel Durchschnitt gab’s bei der Bewertung der ÖVP-Chefin. Hin und wieder hat sie es im abgelaufenen Jahr zwar geschafft, sich vom Koalitionspartner abzugrenzen (siehe ORF-Stiftungsrat), die große Vision für die Steiermark wird aber vermisst – leutselig zu sein, reicht nicht. Sie hat die Volkspartei aber in ruhigere Gewässer geführt, auch ihr Engagement in der Frauenpolitik wurde positiv registriert. Notenschnitt: 2,9

Stefan Hermann: Durchwegs gute Bewertungen gab’s für den Bildungslandesrat. „Souverän und sachlich“, lautete etwa eine Beurteilung kurz und bündig. Bei der Absenkung der Gruppengrößen und auch beim Thema Schulassistenz blies und bläst ihm auch ordentlich Wind entgegen – er sucht aber auch hier das Gespräch mit allen Beteiligten und nach einvernehmlichen Lösungen. „Hat in einem heiklen Ressort noch keine großen Fehler begangen“, fasste es ein Kollege zusammen. Notenschnitt: 2,4

Hannes Amesbauer: Das große Sorgenkind bei der Notenkonferenz – gleich siebenmal gab’s einen Fleck, mit Ach und Krach ging sich am Ende noch eine positive Note aus. Schwingt als Soziallandesrat ziemlich rigoros die blaue Keule, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch rhetorisch sorgt er mitunter für Kopfschütteln. „Unter dem Deckmantel des Heimatschutzes werden Natur-, Umwelt- und Klimaschutz kontinuierlich aufgeweicht“, hielt es eine Kollegin fest. Notenschnitt: 4,4

Claudia Holzer: Genau, die Dame ist auch noch im Amt. Farblos war noch eine der positiveren Beschreibungen. Auch für Holzer gab’s mehrere Fünfer – aber auf der anderen Seite jedoch auch einen Zweier. Hat bezüglich Bekanntheitsgrad sicher noch Luft nach oben, um es nett zu formulieren. Wirkt trotz ihrer GKB-Vergangenheit manchmal völlig fremd im eigenen Ressort. „Dabei wäre der Verkehr insgesamt ein dankbares Thema“, ist ein Kollege überzeugt. Notenschnitt: 4,1

Simone Schmiedtbauer: Moderiert das Landwirtschaftsressort ziemlich souverän. Mit der Wolfsverordnung hat sie allerdings für einen ordentlichen Aufreger gesorgt. „Beim Tierschutz hat sie den Jägerhut auf“, schätzt deshalb eine Kollegin. „Am liebsten würde sie wohl alle Tiere selbst abknallen.“ Beim Thema Energie hört man relativ wenig von ihr. In Summe also eine ziemlich durchschnittliche Performance. Notenschnitt: 3,1

Willibald Ehrenhöfer: Der Quereinsteiger als „Vorzugsschüler“. Verantwortet mit der Wirtschaft und vor allem den Finanzen in Zeiten wie diesen die vielleicht heikelsten Themenbereiche, aber tut dies durchaus souverän. Und er schreckt auch nicht vor Konfrontationen zurück – etwa als er unabgesprochen drei Experten zur Budgetrettung an Bord holte. Könnte mitunter aber auch als Pfarrer durchgehen, so oft und vehement er vom Sparkurs predigt. Die Frage ist nur, ob er erhört wird. Notenschnitt: 2,3

Karlheinz Kornhäusl: War auch einmal Quereinsteiger. Doch der frische Wind des Mediziners hat mittlerweile merklich nachgelassen. Ringt dazu seit dem Leitspital-Umfaller merklich um Glaubwürdigkeit. Hat mit dem RSG aber wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Die Kultur betrachtet er als Beiwagerl, hier konnte er noch gar keine Akzente setzen. Notenschnitt: 3,3

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