Hüttenwirte klagen:

„Tauchen Gäste nicht auf, müssen wir sie suchen“

Oberösterreich
05.07.2026 10:00

Rund 30 bis 40 Prozent Stornierungsquote müssen die heimischen Hüttenwirte beklagen – diese hat sich innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Dadurch entstehen den Wirten große Probleme. Am schlimmsten sind Gäste, die ohne Storno fernbleiben – sie könnten sich in Bergnot befinden und müssen gesucht werden.

Hütten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als Urlaubs- und Ausflugsziele. Doch mit dem Zustrom kommen auch Probleme, mit denen bisher nur die Hotellerie in den Tälern konfrontiert war. Besonders ärgerlich für die Wirte sind hohe Stornierungsraten: „Auf unseren Hütten werden 30 bis 40 Prozent aller Reservierungen wieder abgesagt. 2022 lag die Stornoquote noch bei 15 Prozent“, so Carolin Scharfenstein vom Österreichischen Alpenverein.

Haupteinnahmen fallen weg
Insbesondere kurzfristige Stornos erschweren die Planung, weil oft die Zeit fehlt, die Schlafplätze neu zu füllen. Dabei entgehen den Sektionen, die die Hütten besitzen, Nächtigungseinnahmen. „Den Wirten fehlen die Einnahmen aus der Konsumation, denn davon leben sie letztendlich“, so Scharfenstein weiter.

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Es wird schon angedacht, auch bei uns Anzahlungen und Stornogebühren einzuführen, um die Stornierungen in den Griff zu bekommen.

Thomas Poltura, OÖ-Obmann Alpenverein

Oft mehrfach reserviert, aber erst spät entschieden
Weil Schlafplätze auf beliebten Hütten knapp seien, werde früh oder gleich mehrfach reserviert und oft erst spontan – etwa je nach aktueller Wetterlage – entschieden, ob die Buchung wahrgenommen wird. Obendrein senken Online-Buchungen die Hemmschwelle, weil man nicht persönlich mit den Wirtsleuten in Kontakt treten muss.

Thomas Poltura, Obmann des Alpenvereins in Oberösterreich, sagt: „Bei Reservierungen wird Personal eingeteilt, das braucht Vorlaufzeit. Auch die Lagerung von Lebensmitteln ist auf Hütten nicht so einfach.“

Gebühren bereits angedacht
In Salzburg und Tirol seien teils schon Anzahlungen und Stornogebühren zu zahlen. Laut Poltura werde das auch in Oberösterreich angedacht.

Suchaktion für „No-Shows“
Besonders problematisch sind außerdem Gäste, die ohne Abmeldung einfach nicht auftauchen: Man wisse dann nicht, ob diese etwa möglicherweise in Bergnot geraten seien. Das löse im Zweifelsfall größere Suchaktionen aus.

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