Eigentlich hätte eine Gans locker als Mahlzeit gereicht! Doch am Ende lagen 14 „Martins“ in einem Stall in Kirchberg-Thening im Blut. Der erste Verdacht: Der Wolf war’s! Die Wolfsexperten des Landes nahmen bei den Gänsen DNA-Spuren und sprachen den Isegrim frei. Denn es waren eindeutig Gen-Spuren des Fuchses nachzuweisen.
„Das ist einem Fuchs durchaus zuzutrauen“, sagt der oö. Wolfsbeauftragte Philipp Engleder-Öhler und erklärt dieses Verhalten. „Bei vielen Raubtieren ist dieses Übertöten nachgewiesen. Bei Fuchs, Hund und auch Wolf. Beim Riss ist das Tier im Ausnahmezustand und wenn es dann noch sieht, dass sich noch etwas rührt, macht es weiter.“
Gibt es nur im Stall
In der freien Natur komme so etwas nicht vor, da die anderen Beutetiere einer angegriffenen Herde rasch das Weite suchen und eben nur eines dem Raubtier zum Opfer falle. Doch bei uns gebe es im Stall Wände und auf der Weide Zäune, die eine Flucht erschweren oder gar unmöglich machen.
Vor drei Jahren waren in Walding 200 Masthühner im Stall massakriert worden. Auch damals wurde der Wolf verdächtigt, aber der Fuchs überführt. Im Vorjahr war es allerdings tatsächlich der Wolf, der für den Tod von elf Schafen in Schönau im Mühlkreis verantwortlich war. Er hatte auf einer Weide gewütet, auf der die Schafe das erste Mal eine Nacht im Freien verbringen sollten – zuvor waren sie nur im Stall gehalten worden.
Totes Reh in Bad Ischl
Das letzte Mal, dass heuer ein Wolf als Beutegreifer bei einem gerissenen Tier durch DNA-Spuren identifiziert werden konnte, war Mitte April in Bad Ischl. Hier hatte man bei einem toten Reh Genmaterial von einem Isegrim, der von Norden her zugewandert sein dürfte, festgestellt.
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