Seit dem Start des Regulierungsprogramms haben fast 1,2 Millionen Migrantinnen und Migranten in Spanien einen Aufenthaltstitel beantragt. Mehr als die Hälfte sei bereits bearbeitet worden, sagte die zuständige Ministerin Pilar Cancela. Die Mehrheit der Menschen (67 Prozent) komme aus Lateinamerika.
Das Regulierungsprogramm hatte im April gestartet, am Dienstag lief die Frist für die Antragstellung aus. Die Behörden haben nun drei Monate Zeit, um den Migrantinnen und Migranten eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erteilen oder diese abzulehnen. Die Menschen müssen nachweisen, dass sie sich am 1. Jänner 2026 seit mindestens fünf Monaten auf spanischem Boden aufgehalten hatten. Zudem dürfen sie nicht vorbestraft sein.
Ungefähr ein Viertel (25,9 Prozent) der Anstragstellenden kommt aus Kolumbien, gefolgt von afrikanischen Ländern (22,9 Prozent) wie Marokko. Acht von zehn Menschen sind jünger als 45 Jahre alt, Männer sind gegenüber Frauen (57 vs. 43 Prozent) in der Mehrzahl.
Kurs konträr zu anderen EU-Ländern
Die linke Regierung Spaniens unter Pedro Sánchez fährt mit ihrer Migrationspolitik einen anderen Kurs als die meisten EU-Länder, die ihre Migrationspolitik verschärfen. Für Sánchez ist das Programm eine „gute Entscheidung für unsere Wirtschaft“. Gleichzeitig sprach er aber von „Herausforderungen“ im Zusammenhang mit der Integration. Tatsächlich befürwortet die spanische Wirtschaft das Deregulierungsprogramm, während es konservative und rechtsaußen stehende Oppositionsparteien ablehnen. Auf diese Weise werde die illegale Einwanderung gefördert, hieß es.
Aus Österreich ist Kritik von der FPÖ gekommen. „Was die spanischen Sozialisten hier betreiben, ist ein historischer Verrat an der europäischen Sicherheit. Da werden über eine Million Menschen aus aller Herren Ländern über Nacht mit einem Schengen-Freifahrtschein ausgestattet. Das ist ein gigantischer Asyl-Magnet, der das Chaos direkt zu uns importiert“, sagte Sicherheitssprecher Gernot Darmann.
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