Dubiose Übergabe

Illegaler Welpenhandel in Lindau aufgeflogen

Vorarlberg
02.07.2026 16:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Den aufmerksamen Beamten der Bundespolizei im benachbarten Lindau (Deutschland) ist ein Schlag gegen den illegalen Welpenhandel gelungen. Nach intensiven Kontrollen wurden insgesamt zehn Hundewelpen beschlagnahmt, gefälschte Dokumente sichergestellt und ein mutmaßlicher Hundeschmuggler festgenommen.

Der Einsatz begann bereits am Freitag tagsüber im Lindauer Stadtgebiet. Nach gezielten Hinweisen kontrollierte die Bundespolizei ein Fahrzeug, in dem sich fünf Hundewelpen befanden. Da die Papiere der Tiere deutliche Fälschungsmerkmale aufwiesen, zogen die Beamten umgehend das zuständige Veterinäramt hinzu. 

Übergabeort wurde überwacht
Der Fall nahm in der darauffolgenden Nacht an Fahrt auf:  Am Grenzübergang Lindau kontrollierten Bundespolizisten unabhängig voneinander die Insassen zweier Fahrzeuge mit Schweizer Zulassung, die aus Österreich einreisten. Beide Fahrer gaben an, noch in derselben Nacht im Stadtgebiet Lindau jeweils einen Welpen kaufen zu wollen. Aufgrund der ungewöhnlichen Uhrzeit, des dubiosen Übergabeortes und ähnlicher Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit schöpfte die Bundespolizei Verdacht. Die Streifen wurden personell verstärkt, um den vereinbarten Übergabeort – eine Tankstelle in Lindau – zu überwachen.

Etwa zwei Stunden später schlug die Falle zu: An der Tankstelle trafen nicht nur die beiden zuvor kontrollierten Schweizer Fahrzeuge ein, sondern auch ein Transporter mit ungarischer Zulassung. Bei der anschließenden Kontrolle der Ladefläche des Transporters entdeckten die Beamten sechs Hundekäfige, von denen einer bereits leer war. Der 50-jährige ungarische Fahrer und sein 22-jähriger Beifahrer gaben zu, bereits einen Hund in Österreich verkauft zu haben.

Papiere der Tiere offenbar gefälscht
Der Zustand des Transports war desolat: Nach Angaben der Polizei machte der Gesamtzustand der Tiere und des Fahrzeugs einen augenscheinlich unzureichenden Eindruck für einen artgerechten Tiertransport. Zudem bestanden erhebliche Zweifel an der Echtheit der ausgehändigten Tierpapiere.

Die beiden ungarischen Staatsbürger mussten ihre lebende Fracht mit zum Revier der Bundespolizei Lindau bringen. Während versierte Beamte die Welpen vor Ort betreuten, wurden die Dokumente genauer geprüft. Das am frühen Morgen hinzugezogene Veterinäramt bestätigte die Zweifel an den Papieren. Unter den geretteten Hunden befand sich zudem ein Bullterrier, dessen Einfuhr nach Deutschland strikt verboten ist.

Fahrer war bei der Polizei kein Unbekannter
Die Überprüfung des 50-jährigen Fahrers ergab, dass dieser kein Unbekannter ist: Bereits im Jahr 2023 war er an der tschechischen Grenze in einem identischen Fall wegen Urkundenfälschung und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz angezeigt worden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kempten musste der 50-jährige Hauptbeschuldigte von seinen rund 3300 Euro mitgeführten Bargelds knapp 3200 Euro als Sicherheitsleistung abgeben. Die Bundespolizei zeigte den Mann wegen schwerer Urkundenfälschung sowie schweren Betrugs an. Die Ermittlungen dauern noch an. 

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