ÖVP und FPÖ wollen das nächtliche Tempolimit auf Autobahnen kippen, um die heimische Transportwirtschaft zu entlasten und den Verkehrsfluss zu harmonisieren. Während sie bei der Wirtschaftskammer auf offene Ohren stoßen, äußern die Grünen heftige Kritik.
Die Vorarlberger Regierungsparteien sprechen sich in einem gemeinsamen Landtagsantrag für eine Anhebung des Tempolimits für nächtliche Lkw-Fahrten von 60 auf 80 km/h auf Autobahnen aus. Die derzeitige Regelung für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen stamme aus einer Zeit, in der Fahrzeugtechnologie und Lärmschutz deutlich weniger entwickelt gewesen seien, heißt es im Antrag. Moderne Lkw erfüllten strenge Lärmgrenzwerte, zudem seien entlang der Autobahnen Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt. Die derzeitige Beschränkung bedeute „klare wirtschaftliche Nachteile für die Transport- und Logistikwirtschaft“.
Viele Fakten sprechen für ein höheres Limit
Längere Fahrzeiten reduzierten die Effizienz, erschwerten die Planbarkeit und führten zu höheren Kosten im Güterverkehr. In anderen europäischen Ländern gelte bereits von 22 bis 6 Uhr ein höheres Tempolimit für Lkw. Als weitere Begründungen für den Vorstoß wurden unterschiedliche Geschwindigkeiten von Pkw und Lkw genannt, die zu mehr riskanten Überholmanövern führten, zudem erhöhten die bei niedrigerem Tempo längeren Fahrten in der Nacht die Monotonie, was die Aufmerksamkeit der Lenker negativ beeinflusse. Zuständig für die Temporegelung ist die Bundesregierung.
Die Regierungsparteien entsprachen damit einem Wunsch der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV), die den Vorstoß umgehend begrüßte. „Die bestehende Regelung ist nicht mehr zeitgemäß, die Fakten sprächen klar für eine Anhebung auf 80 km/h“, sagte WKV-Präsident Karlheinz Kopf. Kritik kam erwartungsgemäß von den Grünen. „Schwarz-Blau priorisiert einmal mehr den Verkehr vor den Menschen. Statt die Belastung für die Bevölkerung zu verringern, wird der nächtliche Transitverkehr erleichtert“, kritisierte der Grüne Klubobmann Daniel Zadra.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.