Politik diskutiert

Starten die großen Ferien schon bald Mitte Juni?

Oberösterreich
02.07.2026 10:00

Kommen die Sommerferien künftig früher? Die Hitze in den Klassenzimmern sorgt für politischen Zündstoff. Nach dem Vorstoß von Bildungsminister Christoph Wiederkehr beziehen die Parteien in Oberösterreich klar Stellung – von deutlicher Ablehnung bis zu vorsichtiger Zustimmung.

Temperaturen um die 40 Grad Celsius, Klassenzimmer heiß wie Backöfen – Lehrer wie Schüler mussten in den vergangenen Tagen viel aushalten. Aus Wien kam die Idee, die Ferien künftig um etwa zwei Wochen vorzuziehen. Ziel sei es, den Unterricht aus der heißesten Zeit Ende Juni herauszunehmen. Das fand auch Anklang bei Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos). Müssen also die Kalender mit den Ferienzeiten bald neu gedruckt werden? Bei einem Rundruf der „Krone“ fielen die Meinungen unterschiedlich aus.

 Bildungsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) verweist auf den Bund, aber auch sonst hält sie von der Idee wenig: „Im Sinne der Planbarkeit für unsere aufsichtspflichtigen Eltern lehne ich eine kurzfristige Änderung ab. Grundsätzlich sollen Ferien 252 Jahre nach Einführung der Schulpflicht nach pädagogischen Beweggründen geplant werden.“

 Von Planbarkeit spricht auch FPÖ-Bildungssprecherin Stefanie Hofmann: „Die Sommerferien sind seit Jahrzehnten auf die Bedürfnisse von Familien, Wirtschaft und Tourismus abgestimmt. Wer hier kurzfristig Änderungen fordert, blendet die weitreichenden organisatorischen Auswirkungen auf Eltern, Kinderbetreuung, Sommerschule und zahlreiche weitere Angebote aus“, sagt die Abgeordnete. Aber: „Schulen sollten über ausreichend Handlungsspielraum verfügen, um auf außergewöhnliche Situationen angemessen reagieren zu können“, sagt sie, ohne die Hitze anzusprechen.

Die Roten zeigen sich zumindest gesprächsbereit: „Die Idee, die Sommerferien zu bündeln, muss aber mit allen betroffenen Gruppen seriös diskutiert werden. In der Zwischenzeit gilt es, die Schulen ,hitzefit‘ zu machen“, sagt Bildungssprecherin Doris Margreiter. Und die Grünen? Klubobmann Severin Mayr: „Über eine Verlegung kann man reden. Aber egal in welche Richtung wir die Ferien verschieben, die Hitze lauert auch dort“, fordert er, die Schulen hitzeresistent zu machen, für Kühlung zu sorgen und mit Klimaanlagen auszustatten. 

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