Dr. Friedrich Hoppichler, ärztlicher Leiter im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg, gibt Tipps für einen gesunden Start in den neuen Monat: Die Temperaturen der vergangenen Tage stellen unser Herz-Kreislauf-System vor eine besondere Herausforderung. Das sollten Sie wissen.
Um die Körpertemperatur bei Hitze stabil zu halten, weiten sich die Blutgefäße, das Herz schlägt schneller, die Haut wird stärker durchblutet und man beginnt zu schwitzen. Durch entstehenden Verdunstungsprozess wird die Körpertemperatur gesenkt. Das funktioniert gut bei trockener Hitze, ist es jedoch heiß und schwül, bleibt der Schweiß auf der Haut liegen und die Körpertemperatur steigt.
Große Hitze stellt schon für ein gesundes Herz eine Belastung dar. Für Menschen mit koronarer Herzerkrankung, Herzinsuffizienz oder Herz-Rhythmus-Störungen kann sie jedoch besonders gefährlich werden. Manche Herz-Medikamente können an heißen Tagen die Probleme verschlimmern. So verlangsamen etwa Betablocker den Herzschlag und beeinträchtigen so die Fähigkeit des Herzens, um für effektiven Wärmeaustausch schnell genug zu schlagen.
Wenn sich die Blutgefäße durch Wärme erweitern, sinkt der Blutdruck. Blutdrucksenkende Medikamente können diesen Effekt verstärken. Diuretika erhöhen die Urinausscheidung und können das Risiko für eine Dehydrierung steigern. Aber: Herz-Medikamente schützen auch bei großer Hitze und sollten daher niemals eigenmächtig abgesetzt oder reduziert werden.
Herzpatienten sollten an heißen Tagen besonders auf sich achten: Hilfreich kann sein, Blutdruck und Puls regelmäßig zu kontrollieren. Wer unter Herzinsuffizienz leidet sollte zudem auf das Körpergewicht achten. Rasche Zu- oder Abnahmen können auf eine Störung des Flüssigkeitshaushaltes hinweisen. Auch geschwollene Beine, zunehmende Luftnot im Liegen, Herzstolpern, Druckgefühl in der Brust oder ein ausgeprägtes Schwächegefühl sind Warnzeichen, die ernst genommen und besser mit dem Arzt besprochen werden sollten.
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