Fall in Spanien

Ärzte suchen nach Krebs und finden Würmer im Kopf

Ausland
01.07.2026 13:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schauriger Fall in Spanien: Ärzte glaubten, ein 60-jähriger Patient habe eine fortgeschrittene Tumorerkrankung im Gehirn. Bei einer MRT-Untersuchung wurde schließlich die Ursache für die langanhaltenden Kopfschmerzen des Mannes gefunden: Die Beschwerden wurden durch einen Bandwurm ausgelöst.

Der Mann aus Casetellon hatte zwei Wochen lang mit zunehmenden Kopfschmerzen und „subtilen Verhaltensänderungen“ zu kämpfen und suchte deswegen ärztliche Hilfe aus. Bei einem Gehirnscan wurden mehrere Läsionen festgestellt, die mit einer deutlichen Schwellung einhergingen. Die Mediziner vermuteten dass es sich um Krebs handle. 

„Tumoren“ waren parasitäre Hirninfektion 
Schließlich wurde eine detaillierte MRT-Untersuchung durchgeführt. Diese offenbarte eine Überraschung: Es wurden „innere knotige Bestandteile, die auf einen Scolex hindeuteten“ gefunden – also die Köpfe eines Schweinebandwurms. Diese hatten eine parasitäre Hirninfektion verursacht.

Patient war nie in verseuchen Gebieten
Der Mann hatte sich jedoch nie im Ausland aufgehalten oder in Gebieten, in denen dieser Parasit vorkommt. Er hatte jedoch bis zu seiner Pensionierung vor zehn Jahren im Baugewerbe gearbeitet. Die Ärzte nehmen an, dass er dort mit Kollegen zusammenarbeitete, die aus solchen Gebieten stammten. Er habe häufig Mahlzeiten in Pausen mit den anderen geteilt und gemeinsame Sanitäranlagen genutzt. So habe eine unbemerkte Übertragung des Bandwurms stattfinden können. 

Doch die Nachricht hatte für den 60-Jährigen etwas Gutes: Denn – im Gegensatz zu einem Tumor – waren die Bandwürmer relativ einfach mit Antiparasitika zu behandeln. Der Mann konnte geheilt werden. 

Die Forscher, die darüber im Magazin „Emerging Infectious Diseases“ der US-Gesundheitsbehörde CDC vorstellten, rieten angesichts des Falls, dass man parasitäre Infektionen in Betracht ziehen sollte, auch wenn Patienten nie in verseuchten Gebieten waren. So könne man „unnötige invasive onkologische Eingriffe vermeiden und eine schnelle, gezielte antiparasitäre Therapie einleiten“.

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