Kürzungen im Sozialen

Ein Jahr nach Kahlschlag: Vereine geben nicht auf

Steiermark
01.07.2026 16:00

Via Mail und nur drei Tage nach dem Amoklauf in Graz wurden letzten Sommer drastische Förderkürzungen verkündet. Zahlreiche steirische Vereine bündelten daraufhin ihre Kräfte. Doch ein Jahr später blicken sie weiterhin in eine ungewisse Zukunft …

Ein Jahr nach den drastischen Kürzungen von Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) rechnen die Vereine ab: Wurden 2024 noch 349 Projekte gefördert, sind es 2026 nur mehr 115. Ein Minus von etwa 67 Prozent. Betrug die Fördersumme vor zwei Jahren noch 30,6 Millionen Euro, waren es 2026 nur mehr 18,6 Millionen. Ein Minus von fast 40 Prozent.

Um gegen diese Einschnitte zu protestieren, gingen Anfang Juli 2025 gut 2000 Personen unter dem Hashtag #soziallandretten auf die Straße: „Wir sind keine Sozial-Sparschweine“, stand auf den Plakaten geschrieben.

Integration, psychische und gesundheitliche Belastungen oder Armut lassen sich nicht dadurch lösen, dass man die Themen verschwinden lässt.

Daniela Grabovac

Antidisktiminierungsstelle Steiermark

Vorne mit dabei war und ist Daniela Grabovac: „Integration, psychische und gesundheitliche Belastungen oder Armut lassen sich nicht dadurch lösen, dass man die Themen verschwinden lässt.“ Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark fürchtet, dass die Einsparungen – auch vom Bund – langfristig noch einige Mitarbeiter treffen werden.

Unwissenheit über Arbeitsmarktzugänge kann rasche Arbeitsintegration verhindern. Und gewaltbetroffene Frauen bleiben beim Täter, wenn sie zu wenig Wissen über ihre Möglichkeiten, etwa zu Aufenthaltsrechten, haben.

Alexandra Köck

Beratungsstelle Zebra

Den Bereich „Integration und heimische Werte“ traf es mit einem 90-prozentigen Förderstopp des Landes besonders hart. „Leider waren wir gezwungen, Beratungsleistungen einzustellen“, berichtet etwa Alexandra Köck von Zebra, einem Beratungszentrum für Menschen mit Migrationshintergrund.

Ob es seither klärende Gespräche gab? „Teilweise wurden Förderungen angepasst, aber bei der Integration hat sich nichts bewegt“, sagt Grabovac. Auch wie es weitergeht, ist ungewiss. Förderanträge für das Jahr 2027 müssen demnächst gestellt werden, „was die nächste Periode bringen wird, werden wir sehen“, sagt Köck.

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