Digitalisierung

Land Vorarlberg startet Verwaltungsserviceportal

Vorarlberg
30.06.2026 15:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Das Land Vorarlberg will so viele Verwaltungsleistungen wie möglich digitalisieren. Zu diesem Zweck geht am 30. Juni das Serviceportal „mein.vorarlberg.at“ in Betrieb, über welches Bürger und Unternehmen Anträge auf Förderungen oder Betriebsanlagenbewilligungen stellen und deren Bearbeitungsstand laufend verfolgen können. Zum Start stehen 27 Anwendungen zur Verfügung.

Rund 21.000 Förderungen (ohne Wohnbauförderung) bearbeitete die Landesverwaltung im Jahr 2025, das ist ein ziemlich großer Aktenturm. Dank des Serviceportals sollen sich die Mitarbeitenden künftig 15 bis 20 Minuten Arbeitszeit pro Fall sparen, das ergibt in Summe über 5200 Stunden. Eine Effizienzsteigerung erhofft man sich auch bei den vier Bezirkshauptmannschaften im Ländle, welche im Vorjahr gut 600 Betriebsanlagenverfahren abgewickelt haben. Bisher mussten etwa E-Mails und Anträge ins hauseigene Verwaltungssystem (V-DOK) händisch übertragen werden, nun werden Unterlagen direkt im Akt erfasst – was nicht nur den Vorgang insgesamt beschleunigt, sondern auch Übertragungsfehler ausschließt.

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ist jedenfalls zufrieden und spricht von einem „echten Fortschritt“ in der Modernisierung und Vereinfachung der Verwaltung, hin zu weniger Bürokratie. Ziel sei es, dass in absehbarer Zeit alle Förderansuchen, also auch die Wohnbauförderung, online abgewickelt werden können.

Start mit 20 Förderservices, Betriebsanlagen-Anträgen und BH-Terminen
So weit ist es allerdings noch nicht. In der ersten Ausbauphase können über das Portal 20 Förderservices aus den Bereichen Energie, Tourismus und Familien sowie sechs Betriebsanlagenverfahren beantragt und bearbeitet werden. Alle Anträge können zwischengespeichert und Unterlagen digital nachgereicht werden, auch der Status des Verfahrens ist jederzeit einsehbar. Sofern keine RSa- oder RSb-Zustellung nötig ist, gibt es die Möglichkeit einer elektronischen Zustellung. Auch Termine für die Ausstellung von Reisepässen oder Führerscheinen bei den Bezirkshauptmannschaften kann man ab sofort über das Tool online vereinbaren.

Die Landesverwaltung wird digital.
Die Landesverwaltung wird digital.(Bild: ALEXANDRA SERRA)

Jährliche Kosten von rund 108.000 Euro
Bemerkenswert ist, dass das im Jänner 2025 gestartete Projekt ausschließlich mit internen Ressourcen unter Einbindung aller Landesabteilungen, den Bezirkshauptmannschaften sowie zwölf Test-Unternehmen umgesetzt worden ist. Martina Bechter und Michael Eiterer von der Abteilung Verwaltungsinnovation und Organisationsentwicklung beziffern die jährlichen Kosten mit rund 108.000 Euro. Vor dem Projektstart haben sich die Spezialisten des Landes mit Kollegen aus Tirol, Niederösterreich und Oberösterreich ausgetauscht, wo es vergleichbare Services schon seit Längerem gibt.

Wallner: „Alle Daten bleiben bei uns“
Ab Herbst soll übrigens eine Anmeldung via ID-Austria möglich sein, eine Anbindung an das bereits bestehende Unternehmensserviceportal ist ebenfalls geplant. Beim Ausfüllen der Anträge wird zudem eine Landes-KI helfen, die auch im Herbst kommen soll. Aber ist das System auch sicher? „Alle Daten bleiben bei uns und kommen nicht in dritte Hände“, verspricht Wallner.

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