Bludenz fassungslos

Drei Tote bei Badedrama: Wie konnte das passieren?

Chronik
29.06.2026 16:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Nach der Badetragödie an der Vorarlberger Ill, die drei Menschen – einem 40-jährigen Familienvater, dessen Sohn und einem jungen Mann – das Leben kostete, herrscht über die Landesgrenzen hinaus Fassungslosigkeit. Über allem schwebt die Frage: Wie konnte das passieren, wo doch seit Jahrzehnten unzählige Menschen an dieser Stelle baden?

„Die Stelle schaut nicht dramatisch aus, aber sie hat schon ein gewisses Gefahrenpotenzial“, sagt Daniel Plaichner, Landesleiter der Wasserrettung, über den Unfallort bei Bludenz. Das Wasser sei immerhin rund 2,5 Meter tief, was eine entsprechende Sogwirkung zur Folge haben könne.

Auch er bestätigt, dass es an der beliebten Wildbadestelle bislang nicht zu vergleichbaren Vorfällen gekommen ist. Die genauen Umstände der Tragödie seien noch unklar, man wisse etwa nicht, wie gut die Betroffenen schwimmen konnten und ob sie eventuell in Panik geraten waren.

Passanten bargen die drei Opfer
Als die Wasserretter am Unglücksort eintrafen – zunächst war in der Alarmierung offenbar nur von einem betroffenen Kind die Rede – seien die drei Personen bereits von Passanten geborgen worden, die Einsatzkräfte übernahmen dann die weitere Reanimation und die Bergung aus dem Bachbett.

Unklare Lage am Einsatzort
Zunächst war zudem die Informationslage unklar: „Es war die Rede von einer vierten Person“, so Plaichner, weshalb die Retter die Wasserwalze und die weitere Umgebung abgesucht haben. Für die Helfer sei der Einsatz sehr belastend gewesen, das Kriseninterventionsteam (KIT) betreute Angehörige wie Einsatzkräfte.

Lange hielten die Einsatzkräfte auch Ausschau nach einer vierten Person.
Lange hielten die Einsatzkräfte auch Ausschau nach einer vierten Person.(Bild: Bernd Hofmeister)

Wasserwalzen werden oft unterschätzt
Plaichner selbst hat nur eine Empfehlung parat: „Das Wichtigste ist die Prävention: also einen Bogen um solche Stellen machen.“ Gerät man dennoch in eine Wasserwalze, sollte man nicht gegen den Sog ankämpfen, sondern sich nach unten ziehen zu lassen, um dann dem Gewässerboden entlang von der Walze flussabwärts ausgespült zu werden. „Das ist aber leicht gesagt, in der konkreten Situation ist das schwierig.“

Zitat Icon

Das Wichtigste ist die Prävention: also einen Bogen um solche Stellen machen.

Daniel Plaichner, Landesleiter der Wasserrettung Vorarlberg

Wenig Wirkung hätten hingegen Warnschilder, wie es wegen der Schwallgefahr auch an der Ill in großer Zahl gibt. Generell gelte bei Wildgewässern, Kinder immer in Ufernähe zu halten, zudem sollten sie nur in Begleitung Erwachsener schwimmen gehen.

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