Umwelt-Report

Grundwasserkrise in Vorarlberg spitzt sich zu

Chronik
29.06.2026 15:29
Eine neue Analyse von Greenpeace zeigt eine alarmierende Lage: In ganz Österreich, aber besonders in Vorarlberg, sinken die Grundwasserstände auf Rekordtiefs. Die Umweltschutzorganisation spricht von einer Krise und fordert von der Regierung rasche Maßnahmen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace präsentierte am Montag die besorgniserregenden Ergebnisse einer neuen Grundwasseranalyse. Besonders kritisch ist die Lage in Vorarlberg: Dort zeigen alle 25 Messstellen im Land aktuell einen niedrigen oder sogar sehr niedrigen Grundwasserstand an. Die ohnehin bereits angespannte Situation hat sich damit weiter verschärft.

Historischer Negativ-Rekord
Laut der Analyse wurde für Ende Juni ein neuer Negativ-Rekord aufgestellt. Derzeit weisen 40 Prozent der Messstellen in Vorarlberg einen historischen Tiefststand für diesen Monat auf. Zum Vergleich: Im Mai waren es noch 16 Prozent. Besonders bedenklich: Alle zehn Messstellen mit einem „sehr niedrigen“ Grundwasserspiegel dokumentierten den geringsten Wert für Ende Juni seit Beginn der Messungen!

Österreichweite Trockenheit
Auch österreichweit ist die Lage angespannt, wie die Auswertung von insgesamt 224 Grundwassermessstellen zeigt. Bei 78 Prozent wurde niedriges oder sehr niedriges Grundwasser festgestellt. Neben Vorarlberg gelten vor allem Niederösterreich und das Burgenland als besonders kritische Regionen. Die Hitze verschärft das Problem, da viel Regenwasser verdunstet, bevor es versickern kann.

Forderung nach raschem Handeln
Verbesserungen zeigten sich lediglich regional. In der Süd- und Oststeiermark sowie in Kärnten konnten starke Juni-Niederschläge das Grundwasserdefizit zumindest teilweise ausgleichen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, umgehend zu handeln. Konkret wird die rasche Umsetzung des angekündigten Wasserentnahmeregisters für Industrie und Landwirtschaft verlangt. Außerdem brauche es eine Wasserabgabe für industrielle Großverbraucher.

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