Opfer sind entsetzt
Todes-Bar-Betreiber wollen Lokale wieder öffnen
Auch ein halbes Jahr nach dem entsetzlichen Silvesterdrama mit 41 Toten kommt der Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana nicht zur Ruhe. Opferangehörige sind entsetzt, dass die Betreiber der Bar „Le Constellation“, wo sich die Brandtragödie ereignet hatte, zwei andere Lokale wieder öffnen wollen. Für den Schauplatz des Todesdramas gibt es indes ganz andere Pläne.
Die Brandkatastrophe in der Silvesternacht ist noch immer nicht juristisch aufgearbeitet: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen die Betreiber der Todes-Bar, Jacques und Jessica Moretti, sind noch nicht abgeschlossen. Sie stehen im Verdacht, zu leichtsinnig im Umgang mit Sprühkerzen umgegangen zu sein und keine feuerfesten Baumaterialien in „Le Constellation“ verwendet zu haben. Dennoch wollen die Gastronomen zwei andere ihrer Lokale nach langer Pause wieder eröffnen.
Opfer: „Rückkehr zum Tagesgeschäft“ unangemesen
Wie „Il Giornale“ berichtete, geht es dabei um die Restaurants „Le Vieux Chalet“ in Lens und „Le Senso“ in Crans-Montana. Bei Angehörigen der Opfer kommt dieser Schritt nicht gut an: Sie haben eine Online-Petition ins Leben gerufen, um die „Rückkehr zum Tagesgeschäft“ für die Morettis zu verhindern. Sie halten diesen Schritt für unangemessen und fordern, dass die Lokale bis zum Abschluss der Ermittlungen geschlossen bleiben.
Die Initiatoren der Petition haben auf change.org bereits mehr als 24.000 Unterschriften gesammelt. In vier Sprachen wird aufgeführt, warum die Familien der Opfer gegen die Wiedereröffnung der Lokale sind. „Seit jener Nacht leben ganze Familien mit Schmerz, Warten und Schweigen“, wird erklärt. „Die straf- und zivilrechtlichen Verfahren laufen noch. Wesentliche Fragen bleiben unbeantwortet: Warum, wie und wer wird dafür Verantwortung tragen müssen?“
Es sei „unerträglich“ für Opfer, deren Familien und andere Beobachter, dass die Morettis „ihre Geschäftstätigkeit wieder aufnehmen könnten, als wäre nichts geschehen“. Sie fordern daher „Anstand“, „Respekt vor den Verstorbenen“ und „Zurückhaltung“ von den Gastronomen angesichts der Tragödie mit 41 Toten und 115 Verletzten.
Verschärfung der Anklage gefordert
Einige Opferfamilien fordern zudem von der Staatsanwaltschaft eine Verschärfung der Anklage gegen das Ehepaar Moretti. Die Angehörigen wollen, dass diese wegen vorsätzlicher Tötung und nicht wegen fahrlässiger Tötung belangt werden. Statt drei Jahren Haft sei in diesem Fall eine Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren möglich.
Todes-Bar soll Jugendzentrum werden
Die Bar „Le Constellation“, in der das verheerende Feuer in der Silvesternacht ausgebrochen war, soll dagegen nicht mehr in dieser Form eröffnet werden. Der Regierungschef des Kantons Wallis erklärte, dass daraus ein Jugendzentrum entstehen soll. Ein Denkmal für die Opfer sei geplant, welches „schön, friedlich und zugänglich“ sei, um ein „würdiges“ Erinnern an die Opfer zu ermöglichen.










Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.