ÖVP-Chef vor Graz-Wahl

„Bin überzeugt, dass wir am Sonntag überraschen“

Steiermark
26.06.2026 13:27

Der Wahlkampf in Graz biegt auf die Zielgerade. Am Freitag lud auch noch die Volkspartei zum Abschluss auf den Freiheitsplatz. Spitzenkandidat Kurt Hohensinner schwor die Seinen dabei abermals auf einen Kurswechsel ein und gab sich betont optimistisch.

Der Asphalt dampfte förmlich und die spärlichen Schattenplätze am Grazer Freiheitsplatz waren schnell belegt – kurz nach 11 Uhr ging‘s am Freitagvormittag aber dann doch für so ziemlich alle auf diesem Platz in die Sonne. Spitzenkandidat Kurt Hohensinner schwor dort nämlich seine Volkspartei aufs Wahlfinale ein. Demonstrativ versammelte sich neben und hinter ihm eine stattliche Anzahl an schwarzen Kandidaten für den Gemeinderat oder die Bezirksvertretungen. Natürlich waren auch Stadtsenatskollegin Claudia Unger, Stadtparteigeschäftsführer Markus Huber oder Club-Obfrau Anna Hopper dabei. Und auch einst mächtige Schwarze wie Ex-Landesrat Christian Buchmann oder der frühere WB-General Kurt Egger lauschten seinen Worten. Von der Landespartei war aber niemand vor Ort.

Kurt Hohensinner im Wahlfinale
Kurt Hohensinner im Wahlfinale(Bild: Christian Jauschowetz)

„Die Gefahr, dass wir rot werden, besteht bei uns aber auch in der prallen Sonne nicht“, scherzte Hohensinner trotz Hitze. Dass der 28. Juni mit Österreichs entscheidendem WM-Match gegen Algerien, dem Formel-1-Spektakel in Spielberg und eben der Graz-Wahl zum Super-Sonntag mutiert, ist ihm klar. „Aber das wichtigste Rennen steigt in Graz.“

„Wahltermin war sicher Kalkül von Kahr“
Dass der Wahltermin nicht zufällig auf ebendiesen letzten Sonntag im Juni fällt, ist für Hohensinner logisch. „Der Termin war sicher Kalkül von Elke Kahr. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir am Sonntag überraschen. Unser Wahlkampf ist zu einer richtigen Wahlbewegung geworden“, stellt der schwarze Einser auch in Richtung der vielen Umfragen klar, die fast alle ausnahmslos die KPÖ einzementiert auf Rang eins sehen.

Am Freiheitsplatz war einmal mehr vom Kurswechsel zu hören. Vom Verkehr („Die Menschen leider unter der Verkehrspolitik dieser Koalition“) über die Wirtschaft („Das Wirtschaftsbudget wurde halbiert und in den letzten fünf Jahren gingen in Graz 2000 Arbeitsplätze verloren“) bis zur Kinderbetreuung („Unter Kahr gingen 500 Kindergartenplätze verloren, zuletzt wurden sogar vier Schulbauprojekte abgesagt“) gab‘s eine klare Kampfansage an die aktuelle Rathaus-Koalition. 

Auch eine von der ÖVP oft zitierte These erneuerte der Stadtrat am Freitag: „Wer Elke Kahr wählt, bekommt früher oder später Robert Krotzer. Und die Verkehrspolitik von Judith Schwentner obendrauf.“ Die ÖVP sei jedenfalls die einzige Partei für einen echten Kurswechsel: „Die NEOS stehen ja schon als Steigebügelhalter bereit, sollte es sich mit der SPÖ nicht ausgehen. Und die FPÖ wird ja in Opposition gehen, unabhängig vom Wahlergebnis – eine Stimme für die Freiheitlichen ist also eine verlorene Stimme.“ 

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